Bürgerschaft

CDU, Grüne und FDP kritisieren Ganztagsbetreuung an Schulen

| Lesedauer: 2 Minuten

Schulsenator Ties Rabe (SPD) wehrte sich gegen die Vorwürfe der Opposition. CDU, FDP und Grünen sei es jahrelang egal gewesen, dass 10.000 Schulkinder gar keinen Betreuungsplatz hatten

Hamburg „Reine Verwahranstalt", „fehlende pädagogische Konzepte", „chaotische Aufsichtsverhältnisse": Bei der Debatte zur Lage der Ganztagsbetreuung an Schulen (GBS) in Hamburg hagelt es deutliche Kritik – vor allem an Schulsenator Ties Rabe (SPD).

„Nach dem Prinzip ‚Masse statt Klasse’ hat der Schulsenator an Hamburger Schulen die Ganztagsbetreuung eingeführt“, sagte Finn-Ole Ritter, familienpolitischer Sprecher der FDP, die das Thema zur Aktuellen Stunde angemeldet hatte. Der holprige Start weite sich jetzt zur Dauerkrise aus. Ritter bemängelte, dass Betreuer fehlten, erst 43 der 70 Kantinen fertiggestellt und Gruppen häufig zu groß seien. „So wird Schule zur Verwahranstalt“, sagte Ritter. „Wenn der Schulsenator nicht endlich die Realität zur Kenntnis nimmt, die Sorgen der Eltern ernst nimmt und vor Ort nachbessert, wird die Ausweitung des Ganztagsangebots zum Flop.“

Auch CDU-Schulexpertin Karin Prien echauffierte sich über die „inakzeptablen Zustände“. Die GBS sei ein Beispiel dafür, wenn Politik gut gemeint, aber nicht gut gemacht sei. „Das ist Murks, was Sie hier machen“, warf Prien dem Schulsenator vor. Die Grünen-Schulpolitikerin Stefanie von Berg trug ebenfalls eine lange Mängelliste der GBS vor, die „mit der heißen Nadel gestrickt“ worden sei. „Die Aufsichtsverhältnisse sind chaotisch, die Kinder müssen zum Teil auf dem Flur essen, und es fehlt an Personal.“

Ties Rabe ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Ja, er habe eine Sammelbeschwerde von Eltern der Schule Bahrenfelder Straße erhalten. Es gehe um zwei Erzieher, die elf Tage krank waren. „Ja, das ist ein Problem“, räumte Rabe ein. „Aber jeder Träger bekommt 17,45 Prozent zusätzliche Personalmittel, um krankheitsbedingte Ausfälle auszugleichen“, sagte Rabe.

Das sei so viel, dass der Rechnungshof das als zu viel kritisiert habe. „Wenn Sie heute beklagen, dass in der einen Schule montags die Nudeln zu heiß waren, in der anderen dienstags eine Erzieherin erkrankt war und donnerstags eine Steckdose nicht funktioniert hat, sollten Sie auch sagen, dass es CDU, FDP und Grünen jahrelang egal war, dass 10.000 Schulkinder gar keinen Betreuungsplatz hatten.“ Zudem hätten die drei Fraktionen Schulkantinen im Schneckentempo gebaut. Jetzt hingegen gebe es das größte Kantinenbauprogramm der Geschichte.

( (coe) )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg