Straßenverkehr

Hamburg baut 2200 neue Pendler-Parkplätze

Vor allem in den Randgebieten Hamburg soll das Angebot besser werden. Allerdings müssen Nutzer künftig Gebühren zahlen. Ein Tagesticket kostet zwei Euro, ein Jahresticket 200 Euro.

Hamburg. Hamburgs Wirtschaftsbehörde will innerhalb der kommenden acht Jahre das Angebot von Park-and-Ride-Plätzen in der Hansestadt ausweiten und qualitativ verbessern. Gleichzeitig wird die Nutzung der Parkplätze kostenpflichtig. Das geht aus dem Entwurf einer Drucksache vor, der dem Abendblatt vorliegt.

Danach sollen in den Randgebieten der Hansestadt bis zu 2200 P+R-Stellplätze zusätzlich geschaffen werden. In einer ersten Stufe bis zum Jahr 2017 ist geplant, durch Neubau oder Erweiterung bestehender Anlagen die Zahl der P+R-Plätze um 700 zu erhöhen.

Derzeit gibt es in der Hansestadt an 40 Bahn- und Bushaltestellen 50 P+R-Anlagen mit rund 9300 Stellplätzen. „Die durchschnittliche Auslastungsquote in den vergangenen Jahren lag einheitlich höher als 80 Prozent“, heißt es in dem Drucksachenentwurf. Am geringsten ausgelastet ist mit 57 Prozent die Anlage Veddel.

Neue Parkplätze sollen beispielsweise in Rissen, Eidelstedt, Langenhorn und Billwerder gebaut werden. In Harburg und Bergedorf ist die Erweiterung bestehender P+R-Einrichtungen geplant. Im Gegenzug werden laut Entwurf über einen Zeitraum von vier Jahren zehn bestehende Anlagen mit insgesamt 558 Stellplätzen aufgegeben – beispielsweise sollen alle Einrichtungen „innerhalb des Ring 2“ entfallen. Betroffen sind „stadtnahe Standorte mit vergleichsweise kurzen ÖPNV-Anteilen“, heißt es in dem Entwurf der Senatsdrucksache.

Beschlossen ist das Aus bereits für Barmbek, Horn und die Anlage nahe Hagenbecks Tierpark. Unter den Einrichtungen, die geschlossen oder künftig anders genutzt werden, sind die Standorte Berliner Tor und Wilhelmsburg, wodurch jeweils mehr als 100 Stellplätze wegfallen.

Dem Drucksachenentwurf zufolge wird es ein dreiteiliges Preismodell geben. Die Tageskarte soll zwei Euro, die Monatskarte 20 Euro und die Jahreskarte 200 Euro kosten. Die Tickets werden über Automaten erhältlich sein und können für alle P+R-Anlagen in Hamburg genutzt werden.

Bei der Preisgestaltung orientiert sich die Wirtschaftsbehörde an Ticketpreisen im Hamburger Umland. Dort ist bereits an sechs P+R-Anlagen eine Nutzung kostenpflichtig. In Buxtehude zum Beispiel kostet eine Tageskarte einen Euro. In Reinfeld müssen für eine Monatskarte 20 Euro und in Lüneburg für eine Jahreskarte 290 Euro bezahlt werden.

Die Einführung von Gebühren für die Nutzung von P+R-Stellplätzen begründet die Wirtschaftsbehörde unter anderem mit „Gebührengerechtigkeit“ gegenüber Bike-and-Ride-Nutzern. Für Fahrradboxen oder Fahrradsammelschließanlagen muss bereits heute bezahlt werden. Zudem sollen mit den Einnahmen die Betriebskosten der Anlagen gedeckt werden.

Ferner erhofft man sich, mit der Einführung der Gebühren die Fremdnutzung von P+R-Anlagen als normale Parkplätze zu unterbinden. Nicht zuletzt wird darauf verweisen, dass die Nutzung innerstädtischer Parkhäuser deutlich teurer sei.

Dem Papier aus der Wirtschaftsbehörde zufolge soll die Nutzung der Stellplätze allerdings erst kostenpflichtig werden, wenn diese saniert und modernisiert worden seien. Dazu gehören eine Videoüberwachung der Anlage, befestigte Stellplätze und regelmäßige Kontrollen durch Sicherheitsdienste.

Die P+R-Anlagen werden auch künftig frei zugänglich sein, um vor allem bei der Ausfahrt Staus zu vermeiden. Zudem seien Schranken sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt teuer, heißt es in dem Drucksachenentwurf.