Inklusion

Eltern empört über Äußerungen von Schulsenator Rabe

Hamburgs Schulsenator hatte sich überrascht von der Menge an eingegangenen Anträgen auf die sogenannte Eingliederungshilfe gezeigt. „Der Senator stellt es dar, als wenn Eltern grundlos Schulbegleitungen beantragen.“

Hamburg. Mit Empörung reagieren Eltern von behinderten Kindern, die ein Anrecht auf einen Schulbegleiter haben, auf die Äußerungen von Schulsenator Ties Rabe (SPD) im Hamburger Abendblatt, seine Behörde sei überrascht von der Menge an eingegangenen Anträgen auf die sogenannte Eingliederungshilfe. „Selbstverständlich führt die in Hamburg realisierte Inklusion dazu, dass mehr Anträge gestellt werden, denn jetzt sollen an jeder Schule behinderte Kinder beschult werden, ohne dass Personal vorhanden ist“, sagt Christine Busch, deren Tochter schwer behindert ist. Schulbegleitung für Schwerbehinderte sollte nicht nur für sechs Monate, sondern für zwei Jahre genehmigt werden. „Ein Kind, das nicht sprechen, nicht laufen kann, ist auch nach einem halben Jahr nicht beeinträchtigungsfrei.“

Wie berichtet, hat sich die Zahl der Anträge für einen Schulbegleiter innerhalb von zwei Jahren verachtfacht, viele Eltern warten noch auf eine Bewilligung. Mehr als 400 Anträge sind noch nicht genehmigt. Schulbegleiter unterstützen behinderte Kinder und solche mit erhöhtem Förderbedarf im Unterricht – sowohl an Förderschulen als auch an Regelschulen.

„Der Senator stellt es dar, als wenn Eltern grundlos Schulbegleitungen beantragen. Damit lenkt er von der grundsätzlichen Thematik ab: Inklusion kostet Geld“, sagt Kathrine Lunn Banke. Die Initiative „Wir wollen lernen“ betont: „Die Zunahme der Anträge auf Schulbegleitung ist eine hausgemachte Folge der Entscheidung von Schulsenator Rabe, die Inklusion durch Schließung von Sonder- und Förderschulen zu vollziehen.“ In den neuen regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ), die stattdessen eingerichtet worden sind, hätten es die Sonderpädagogen laut „Wir wollen lernen“ mit einer gemischteren und „damit noch schwierigeren Schülerschaft“ zu tun. Die Folge: Es würden zusätzliche Schulbegleiter benötigt, um Betreuung für die Schüler zu ermöglichen.