Vergewaltiger aus Alsterdorf ab Mittwoch vor Gericht

Alsterdorf. Nach der Vergewaltigung einer 58-Jährigen in deren eigenem Haus in Alsterdorf muss sich ein 46-Jähriger ab kommendem Mittwoch vor der Großen Strafkammer des Landgerichts im Strafjustizgebäude verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem Serientäter Frank-Christian W. schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit Körperverletzung, Raub und Freiheitsberaubung zur Last.

Neben einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren strebt die Staatsanwaltschaft eine Sicherungsverwahrung des 46-Jährigen an – sollte das Gericht sie tatsächlich im Urteil anordnen, käme er nach verbüßter Haft nicht wieder auf freien Fuß. „Die formellen Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung liegen unserer Einschätzung nach vor. Allerdings wird erst die Hauptverhandlung zeigen, ob diese auch am Ende bejaht werden können“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, dem Abendblatt.

Der Überfall Mitte September lief äußerst brutal ab: Der unter anderem wegen Bankraubs vorbestrafte Mann hatte die Frau auf der Terrasse ihrer Wohnung angesprungen.

Er bedrohte sie mit einer Gaspistole, hielt ihr den Mund zu, schubste sie in die Wohnung, schlug sie nieder, fesselte sie mit Handschellen. In ihrem Schlafzimmer verging er sich an ihr, nachdem er das gesamte Haus vergeblich nach Wertsachen durchwühlt hatte. Mit einer Beute von 30 Euro und der EC-Karte des Opfers suchte er nach der Vergewaltigung das Weite.

Während der 46-Jährige als Verkäufer eines Straßenmagazins am Mühlenkamp bei seinen Kunden äußerst beliebt war, zeichneten die Ermittler ein völlig anderes Bild: das des eiskalten Serientäters, der zahlreiche Frauen mit erfundenen Heldengeschichten täuschte, sie sexuell und finanziell ausbeutete und teilweise bestahl.

Zielfahnder folgten dem Vergewaltiger durch mehrere Länder. Erst nach fünf Monaten, im Januar dieses Jahres, endete das Katz-und-Maus-Spiel am spanischen Jakobsweg. Weil Frank-Christian W., dem es zuvor immer wieder gelungen war, seine Spuren zu verwischen, einen großen Fehler gemacht hatte: Der mit einem internationalen Haftbefehl Gesuchte quartierte sich mit seinen echten Papieren in einer Pension ein. Darauf nahmen ihn die Beamten fest. Nach Abendblatt-Informationen hat Frank-Christian W. die Taten der Polizei gestanden.