Straßenschäden

Bezirk Nord hat kein Geld für marode Wege

Es müsste an 342 Stellen ausgebessert werden. CDU spricht von „Negativrekord“. Auch die Grünen sind mit der Situation nicht zufrieden: Der Zustand ist teilweise katastrophal und eine Zumutung für die Bürger.“

Hamburg. 342 Geh- und Radwege im Bezirk Nord sind in einem sanierungsbedürftigen Zustand, davon 274 im Bereich der Bezirksstraßen und 68 auf den Hauptverkehrsstraßen. Das geht aus der Antwort des Bezirks auf eine kleine Anfrage von CDU-Verkehrsexperte Christoph Ploß hervor. Der spricht von einem „Negativrekord“ und sieht „dringenden Handlungsbedarf.“ Doch der Bezirk hat dafür kein Geld. In diesem Jahr können die betroffenen Geh- und Radwege aus „finanziellen Gründen“ nicht mehr ausgebessert werden. Das bestätigt Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) in der Antwort auf die kleine Anfrage.

Für CDU-Politiker Christoph Ploß steht fest: „Es ist ja bekannt, dass die SPD-Regierung die Pflege der Infrastruktur in unserer Stadt vernachlässigt. Das wird auch beim maroden Zustand der Geh- und Radwege deutlich, die an einigen Stellen im Bezirk bereits ein Gefahrenpotenzial darstellen.“ Allerdings versichert Bezirksamtsleiter Rösler, dass Gefahrenstellen sofort beseitigt würden. Eine flächendeckende Ausbesserung der maroden Wege dürfte sehr teuer werden. Mit 60 bis 100 Euro pro Quadratmeter rechnet das Bezirksamt. Bei 342 Geh- und Radwegen kommen da schnell mehrere Millionen Euro zusammen. Betroffen sind auch Wege auf stark frequentierten Straßen wie dem Lattenkamp, der Eppendorfer Landstraße oder dem Leinpfad.

Auch die Grünen sind mit der Situation nicht zufrieden: „Der Bezirk muss mehr Geld in die Sanierung der Geh- und Radwege investieren. Der Zustand ist teilweise katastrophal und eine Zumutung für die Bürger“, sagt Grünen-Verkehrsexperte Martin Bill. Er nannte auch Beispiele: „Es werden jetzt häufig marode Bodenplatten entfernt und einfach durch ein Sandgemisch ersetzt, in dem die Bürger zum Beispiel mit einem Rollator stecken bleiben“, sagte Bill weiter. Die Vorwürfe der Opposition weist SPD-Fraktionschef Thomas Domres zurück: „Es wird viel Geld in die Geh- und Radwege im Bezirk investiert. Nur es können nicht alle Schäden auf einmal behoben werden.“

In diesem Jahr stehen laut Bezirk für die Sanierung 300.000 Euro zur Verfügung. CDU und Grünen hatten im Dezember 2012 gefordert, 150.000 Euro aus einem noch nicht ausgeschöpften bezirklichen Fonds zur Finanzierung der ärgsten Schäden einzusetzen. Das lehnte die FDP/SPD-Mehrheit in der Bezirksversammlung jedoch ab.