Serie

365 Dinge, die Sie in Hamburg erleben sollten – Teil 2

Abendblatt-Redakteure verraten ihre Geheimtipps für die Hansestadt - einen für jeden Tag des Jahres und nicht nur für Touristen. Hier: Tipp 76-111.

76. Große Kunst zum kleinen Preis 

Klassikliebhaber mit kleinem Budget müssen in Hamburg nicht auf große Kunst verzichten. In der Hamburger Staatsoper kann man nicht nur im aktuellen Wagner-Jahr Opern und Konzerte für weniger als fünf Euro von einem der Hörplätze im vierten Rang genießen. Die Karten, die man vorab an der Kasse abholen muss, gelten außerdem am Aufführungstag als HVV-Fahrschein.

Hamburgische Staatsoper, Kartenservice: Große Theaterstraße 25 (Mo–Sa 10–18.30 Uhr), 040/ 356 868, www.hamburgische-staatsoper.de

77. Lagerfeuerromantik am Strand 

Um ein bisschen Abenteuer in den Alltag zu bringen, genügen oft kleine Veränderungen. Zum Beispiel mit Campen in Hamburg. Ausprobieren kann man das von April bis Oktober im Elbecamp, einem Zeltplatz am Falkensteiner Ufer, direkt am Elbstrand. Entschädigt werden kleine Unbequemlichkeiten mit einem grandiosen Blick auf dicke Pötte und andere Abenteurer.

Campingplatz Elbecamp, Falkensteiner Ufer 101, 22587 Hamburg, 040/812 949, www.elbecamp.de

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78. Kaiserperle 

Auf der Terrasse des kleinen Bistros am Kaiserkai in der HafenCity sitzt man nahezu in Augenhöhe mit den Autofrachtern und Bananenschiffen, die gegenüber in den Hansahafen einfahren. Eine gute Auswahl von Weinen kombiniert mit hausgemachter Kost bietet die richtige Mischung, um unaufgeregt die Atmosphäre des Stadtteils zu genießen.

Kaiserperle, Am Kaiserkai 47, 040/300 688 95, tgl. ab 11 Uhr, Montag Ruhetag, www.kaiserperle.de

79. Robinson-Feeling 

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, diese herrliche Inseln gegenüber von Blankenese zu erreichen: Doch Neßsand und das damit verbundene Hanskalbsand bieten herrliche Strände, Ruhe – und einen fantastischen Blick auf die Stadt. Neßsand steht unter Naturschutz – deshalb darf man dort nur direkt am Strand anlanden. Achtung: nur etwas für geübte Kanuoder Kajaktfahrer.

80. Sun-Downer auf dem Dach des George Hotels 

Wer unten auf der Straße am Hotel The George vorbeigeht, ahnt nicht, was für eine wunderbare Open-Air-Bar sich ein paar Stockwerke über der Straße verbirgt: Einfach mit dem Fahrstuhl in die oberste Etage, dann noch eine Treppe hinaus – und schon kann man bei einem Drink den Sonnenuntergang mit Blick über die Außenalster genießen.

The George, Barcastraße 3, 22087 Hamburg, bei gutem Wetter geöffnet von 16 bis 24 Uhr

81. Das andere Blankenese 

Schon 1979 erkannten Hamburger Stadtplaner den alten Ortskern des früheren Fischerdorfes Finkenwerder als als einen der wertvollsten, lebendigsten und interessantesten Bereiche dieser Art in Hamburg, dem sogar eine über Hamburg hinausgehende Bedeutung zukommt. Die enge Bebauung und hübsche Vorgärten lohnen einen Spaziergang, wenn man mal eine Abwechslung von dem gegenüberliegenden Blankenese möchte. Zu erreichen ist das Viertel mit der Hadag-Fähre. Vom Anleger geht man nach links und erreicht nach einer Viertelstunde das alte Ortszentrum, das unter Erhaltungsschutz steht.

82. Feinkost Schmakazien 

Südländische Spezialitäten vom Feinsten. Käse und Wurstwaren, Ciabatta, Oliven, Pesto, Weine, Wasser, Säfte, Suppen und kleine Gerichte, liebevolle und kompetente Beratung, zwei kleine Tische und Zeitungen – ausprobieren!

Hein-Hoyer-Straße 57, 20359 Hamburg, Di 15.30– 19 Uhr, Mi–Fr 9.30–12.30 und 14.30–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr, www.schmakazien-laden.de

83. Paddeln am Oberlauf der Alster 

Am Oberlauf der Alster lässt sich hervorragend paddeln, die Weiden hängen bis ins Wasser, echte Indianerromantik bis zur Mellingburger Schleuse. In den Booten kann man sich trefflich streiten, wer gerade den Kollisionskurs zu verantworten hat. Nur für stressfeste Paare oder solche, die sich eh scheiden lassen wollen.

Start Poppenbüttel, z. B. Bootshaus Marienhof, Marienhof 4, 22399 Hamburg, 040/606 66 77

84. Natur pur 

Historie und Natur pur bietet ein Besuch beim Bismarckstein in Blankenese. Die kurze Sackgasse geht beim Waseberg ab und endet an einem Marine-Denkmal und Aussichtspunkt, der einen eindrucksvollen Blick auf die Elbe bietet. Von dort kann man auch gut wandern, etwa im Falkenstein-Wald. Das Treppenviertel und die Elbe sind um die Ecke. Anfahrt z. B. per S-Bahn, Linien S 1, S 11 bis Station Blankenese, von dort zu Fuß oder per Kleinbus weiter.

85. Billhuder Insel 

Ein Stück Holland im Osten der Stadt.Die Bille und angrenzende Kanäle in Hamm und Rothenburgsort bieten einen Blick auf die Stadt, wie es wohl viele nicht ahnen. Mächtige Trauerweiden, verträumte Bootsstege, Wochenendhäuschen und Hausboot prägen einen eigenen Charme. Einen Eindruck erhält man bei einem Spaziergang – besser aber bei einer Paddeltour.

86. Hamburg-Modell an der Wex-Straße 

So übersichtlich kann man sonst nirgendwo die Stadt im Blick haben: Auf 111 Quadratmetern hat die Stadtentwicklungsbehörde die Innenstadt im Maßstab 1:500 nachgebaut. Da ergeben sich ganz neue Perspektiven. An den Farben der kleinen Holzmodelle kann man erkennen, welche Häuser schon stehen – und welche noch in Planung sind.

Stadtmodell Hamburg, Wexstraße 7, 20355 Hamburg, Di–Fr 10–17 Uhr, Sa und So 13–17 Uhr

87. Der andere Elbblick 

Nirgendwo ist man den großen Schiffen und Flugzeugen näher als auf dem kleinen roten Leuchtturm am Finkenwerder Rüschkanal. Und nirgendwo hat man einen weiteren und schöneren Blick über die Elbe auf die Stadt als von hier. Das Panorama reicht von den Containerterminals, über die Elbphilharmonie bis hin zum Michel. Die Landebahn von Airbus ist quasi nebenan, die Containerriesen zum Greifen nahe. Es lohnt sich, mehr Hamburg geht kaum.

88. Das Kiek Ut 

Ein Besuch in der altehrwürdigen Kneipe Kiek Ut am Hamburger Berg gehört zum Standardprogramm vieler Feierwütiger – generationenübergreifend.

Hamburger Berg 31, 20359 Hamburg

89. Kerzenlicht-Schwimmen 

Klassische Musik und sehr entspannte Atmosphäre – das gibt es beim Candle-Light-Schwimmen im Holthusenbad. Leider nur an jedem dritten Sonnabend im Monat.

Holthusenbad, Goernestraße 21, 20249 Hamburg, www.baederland.de/Holthusenbad.php

90. Moin, Moin! 

Krabbenbrötchen essen mit Blick auf den Hafen – was will ein Hamburger mehr? Viele sagen, dass in der „Brücke 10“ eines der besten Krabbenbrötchen ausgegeben wird.

Brücke 10, Auf den St. Pauli Landungsbrücken, 20359 Hamburg, Mo–Sa 10–22, So 9–22 Uhr, www.bruecke-10.de

91. Hirsche gucken 

Im September sind die Wiesen eine große Bühne für die Rothirschbrunft. Das ist einer der Höhepunkte der Naturereignisse im herbstlichen Duvenstedter Brook. Bis Anfang Oktober, überwiegend während der Dämmerung und in der Nacht, sind die imposanten Rangkämpfe auf den Brunftwiesen zu beobachten. Der Besuch lohnt sich aber zu jeder Jahreszeit.

www.hamburg.nabu.de/naturerleben/duvenstedterbrook

92. Modellschau und Rundfahrt auf dem Airport 

Dieser Tipp lässt die Herzen von Hobbypiloten und Flugzeugfans höherschlagen. Norddeutschlands größter Flughafen bietet ein Rundum-Programm von der Flughafen-Modellschau, der Vorfeldrundfahrt bis zur Besichtigung der Flughafenfeuerwehr. Für die Teilnahme sind Anmeldung und Personalausweis erforderlich.

Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg, www.hamburgairport.de/de/modellschau_und_rundfahrten.html

93. Harburger Berge 

Wer von der S-Bahn-Station Neuwiedenthal aus die Harburger Berge erwandert, hat durchaus mit Steigungen zu kämpfen. Der Lohn: herrliche Ausblicke. Mit einem kleinen Abstecher lässt sich der Wulmsberg (74 Meter) erobern. Dort liegt das Tagungshotel Hamburg Blick mit Restaurant – und riesiger Kuchenauswahl.

Berghotel Hamburg Blick, Wulmsberg 12, 21149 Hamburg, www.berghotel-hamburg-blick.de

94. Wasserkunst 

Industriedenkmal, Café, Naturoase: Das alles bietet die „Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe“ in Rothenburgsort. Früher arbeitete hier das Wasserwerk Kaltehofe. 22 ehemalige Filterbecken und wunderschöne Schieberhäuschen Zeit zeugen davon.

www.wasserkunst-hamburg.de

95. Bunthausspitze 

Dort, wo sich die Elbe in Norder- und Süderelbe verzweigt, liegt Bunthausspitze. Hamburgs kleinster Leuchtturm markiert die Ostspitze der Insel Wilhelmsburg. Er ist stillgelegt und besteigbar. Neben viel Natur gibt es einiges zu lernen.

Elbe-Tideauenzentrum am Moorwerder Hauptdeich 33, www.naturschutzverband-goep.de

96. Harburger Binnenhafen 

Auch Harburg hat eine HafenCity: Der Harburger Binnenhafen verändert sein Gesicht, ohne dass er es verliert. In seiner Mitte, auf der Schlossinsel, sind edle Eigentumswohnungen entstanden, doch in der Umgebung arbeiten noch Werften. An manchen Stegen sind vom Rostfraß gezeichnete Schiffe vertäut.

www.harburg-hafen.de

97. Altes Land 

Hamburgs Obstgarten, das Alte Land, hat sich zum Eldorado für Radtouristen entwickelt. Tourenvorschläge sind unter www.tourismus-altesland.de zu finden. Der Hamburger Bereich (Cranz/Neuenfelde/Francop) lässt sich gut per S-Bahn von Neugraben aus oder per Hafenfähre von Finkenwerder aus erradeln.

98. Frühstück im Cliff 

Morgens ist das Cliff am westlichen Ufer der Außenalster besonders schön, denn hier geht die Sonne über dem Wasser auf und schafft ein herrliches Licht über dem aufgestauten Fluss. Es gibt eine reichhaltige Karte und einen meist sehr netten Service. Die begehrtesten Plätze sind direkt auf dem Steg, wo man auch mit dem Kanu anlegen kann.

Alster-Cliff, Fährdamm 13, 20148 Hamburg, 040/ 442 719, www.Alster-cliff.de

99. Café Mimosa 

Kleines, uriges Café mit Köstlichkeiten aus eigener Herstellung. Brioche mit Beerenmarmelade oder Zitronensorbet, Kekse, Kuchen – mittags gibt’s Pizza, Pasta, Suppe, Salate. Hingehen, setzen, köstlich!

Café Mimosa, Clemens-Schulz-Straße 87, 20359 Hamburg, Di–So 11–19 Uhr, www.cafemimosa.de

100. Boot & Bike als Rundtour 

So kann man die herrliche Lage der Stadt am Fluss einen ganzen Nachmittag genießen – und zwar mit Fähre und Rad: Los geht es an den Landungsbrücken mit der Fähre (Linie 62) nach Finkenwerder, auf der man sein Rad mitnehmen kann. Auf Finkenwerder hält man sich rechts, radelt immer nahe an der Elbe bis zur Estemündung in Cranz. Dort setzt wieder jede Stunde eine Fähre hinüber nach Blankenese. Von dort radelt man dann immer am Ufer zurück in die Stadt.

101. Brachmanns Galeron 

Im Brachmanns gibt es saisonale Spezialitäten mit schwäbischem Akzent, montags zum Beispiel hausgemachte Maultaschen. Alle Produkte aus der Region, auf Anfrage auch vegane Gerichte. Immer frisch zubereitet, immer ohne Geschmacksverstärker, immer lecker.

Hein-Hoyer-Straße 60, 20359 Hamburg, 040/ 673 051 23, Mo–Sa 18.30–23 Uhr, www.brachmanns-galeron.de

102. Crazy Horst 

Wem die Whiskybar im Keller des benachbarten Restaurants zu früh schließt, der kann nebenan bei Crazy Horst bis in die frühen Morgenstunden Milieustudien betreiben. Die Kiezkneipe gibt es seit nunmehr 31 Jahren, drinnen sieht es immer aus wie an Silvester, am Wochenende wird dort auch ähnlich bunt gefeiert. Hingehen und staunen.

Hein-Hoyer-Straße 62, Mo–Do und So 21–4 Uhr, Fr./Sa. bis 6 Uhr, www.crazyhorst.com

103. Wie auf dem Dorf 

Ein Landgasthof im besten Sinne ist die Alte Rader Schule in Tangstedt. Hier gibt es noch einen (echten) Kamin und einen großen Biergarten mit Blick in den Wald. Da kann man mal alle Viere von sich strecken, um auf ein schönes Leben anzustoßen. )

Rader Weg 209, 22889 Tangstedt/Rade, 040/ 607 11 68, Di–Do 12–15 Uhr und ab 17.30 Uhr; Fr–So ab 12 Uhr, www.rader-schule.de

104. Kalter Genuss 

Es gibt Eisdielen und es gibt Eis Schmidt. Eine besonders beliebte Filiale ist die in Ottensen. Der Andrang entspricht der Qualität, deswegen sollte man es nicht allzu eilig haben.

Ottenser Hauptstraße 37, tgl. von 11–22 Uhr, www.eis-schmidt.com

105. Plattenrille 

Wer noch erinnert, dass es ein Leben vor iTunes-Downloads gab, und echte Schallplatten liebt, kommt an der „Plattenrille“ nicht vorbei. In Hamburgs wohl legendärstem Plattenladen gibt’s etwa 200.000 Vinyl-Scheiben aus allen Genres. Und das zu fairen Preisen.

Grindelhof 29, 20146 Hamburg, Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr, www.plattenrille.de

106. Spaiergang an der Tarpenbek 

Wer Ruhe in der Natur sucht, ist in Langenhorn besser bedient als an Alster oder Elbe. Einfach mit der U 1 bis Ochsenzoll fahren und den schmalen Fußweg entlang der Gleise in Richtung Norderstedt wählen. Nach etwa 500 Metern stößt der Erholungssuchende auf die Tarpenbek. Nach links über die Brücke und immer geradeaus – dann sieht man mit etwas Glück sogar (sehr zutrauliche) Rehe und Reiher.

107. Ayurvedisch essen im Maharaja 

Dass Essen heilende Wirkung haben kann, ist eine der Grundweisheiten der ayurvedischen Küche. Wie wohlschmeckend diese Heilmittel sein können, zeigt das Maharaja an der Detlev-Bremer-Straße. Spezialität sind exotische Gemüse wie Kathal, Louki oder Patediya-Blätter. Fleisch gibt’s auch, aber am besten sind hier die vegetarischen Gerichte.

Detlev-Bremer-Straße 25–27, 040/317 49 28, Mo–Fr 12–15 und 18–24 Uhr, Sa, So 14–24 Uhr www.maharaja-hamburg.de/das-maharaja.html

108. Helvetisches zum Anbeißen 

Mit wirklich hohen Bergen hat Hamburg es ja nicht so – aber es gibt immerhin eine klitzekleine helvetische Enklave, das Restaurant Schweizweit in Ottensen, sinnigerweise im Souterrain. Nach Käse riecht es schon vor der Tür heftig, im Sortiment sind neben Schweizer Delikatesschen auch diverse Süßwaren der Eidgenossen.

Schweizweit, Große Rainstraße 20, tgl. 10–24 Uhr

109. Neuland bei Harburg 

Den poetischsten aller Stadtteil-Namen trägt Neuland, das ist direkt neben Harburg an der Süderelbe. Viel ist dort nicht los, doch genau das macht ja den Charme aus. Man kann, zum Beispiel, am Wasser stehen und warten, bis es dunkel wird. Proviant muss man mitbringen, es gibt dort weder Geschäfte noch Restaurants. Auch mal schön.

www.hamburg.de/neuland

110. Telemann zum Angewöhnen 

Georg Philipp Telemann, einer der berühmtesten Barock-Komponisten, war 46 Jahre lang, bis zu seinem Tod, in Hamburg tätig. Einen kleinen Eindruck seiner Bedeutung liefert das Telemann-Museum. Und wer wissen will, wo Telemann begraben wurde: direkt unter dem Rathaus. Neben dem Eingang erinnert eine Gedenkplatte daran.

Peterstraße 39, Di, Do, Sa, So 10–17 Uhr, 040/ 876 040 22, www.telemann-museum.de

111. Bergedorfer Bier-Tradition 

Seit 1608 stellten Bergedorfer Braumeister eigenes Bier her – heute produziert der Oettinger Konzern in seiner Brauerei zu Bergedorf nur noch für den Export nach Afrika und China. Echtes „Bergedorfer Bier“ kann man nur noch bei Wirtin Ina Rump im Bergedorfer Schloss genießen.

Cafe la note, Bergedorfer Schlosstraße 4, 21029 Hamburg, Mo–Sa 9–8 Uhr, So 10–18 Uhr, www.cafe-la-note.de