Hamburger Umweltbehörde

Pfandringe an Mülleimern im Bezirk Nord verweigert

Umweltbehörde will Pilotprojekt im Bezirk Nord nur mit einem freien Träger realisieren. "Es besteht die Gefahr, dass solche Sammelstellen nicht immer entsprechend ihrem eigenen Zweck genutzt werden.“

Hamburg. Der Ring ist aus Plastik, wird an einen Mülleimer angebracht und bietet die Möglichkeit, dort sechs bis acht leere Pfandflaschen oder Dosen hineinzustellen. In Köln und in Berlin haben sie bereits erste Erfahrungen mit sogenannten Pfandringen an öffentlichen Mülleimern gemacht. Nun sollten auf Antrag der CDU-Fraktion im Bezirk Nord in einem Pilotprojekt ebenfalls zehn Pfandringe installiert werden. Doch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) will solche Ringe nur anbringen, wenn ein freier Träger die Verantwortung für ein solches Pilotprojekt übernimmt.

"Weil der Dosen- oder Flaschenpfand relativ gering ausfällt, werden diese oft einfach in den Müll geworfen. Vor allem finanziell bedürftige Menschen sammeln das Pfand dann ein, um sich ein wenig Geld dazuzuverdienen", heißt es in einer Beschlussempfehlung des Umweltausschusses im Bezirk Ein weiterer Vorteil sei, dass die Sauberkeit in den einzelnen Stadtteilen erhöht wird. "Darüber hinaus können sich Menschen mit dem Projekt bewusst dafür entscheiden, ihr Pfand an Bedürftige abzugeben. Dafür stellen sie ihre Flaschen und Dosen einfach in den Ring."

Doch daraus wird wohl nichts. Das Projekt "Pfandring" sei nur auf den ersten Blick eine innovative Idee, um Sammlern das unhygienische Durchsuchen von Papierkörben zu vermeiden, heißt es in der Stellungnahme der BSU. "Es besteht jedoch die Gefahr, dass solche Sammelstellen im öffentlichen Raum nicht immer entsprechend ihrem eigenen Zweck genutzt werden, was in deren Umfeld zu verstärkten Verschmutzungen zu Lasten von Anwohnern und weiteren Verkehrsteilnehmern führt." Davon werde auch die Stadtreinigung betroffen, "die diese Verschmutzungen beseitigen müsste, obwohl sie für solche Sondernutzungen im öffentlichen Raum gar nicht zuständig ist." Erste Erfahrungen aus Köln und Berlin würden diese Befürchtungen bestätigen.

"Es ist sehr schade, dass ein sinnvolles Projekt aus bürokratischen Gründen noch nicht realisiert werden kann", sagt Christian Ploss (CDU). Einen freien Träger für ein Pilotprojekt gebe es im Bezirk nicht. "Trotzdem werden wir weiter versuchen, die Idee der Pfandringe umzusetzen."