Schiffsunglück

Hamburger Segelyacht vor Portugal gesunken – zwei Tote

Ein Besatzungsmitglied und ein Seenotretter kamen ums Leben. Eine riesige Welle soll die Yacht und ein Boot der Küstenwache umgeworfen haben.

Hamburg Bei einem Schiffsunglück einer Hamburger Segelyacht vor der portugiesischen Küste sind am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr ein 47-jähriges, deutsches Besatzungsmitglied und ein 41-jähriger Seenotretter der örtlichen Polizei ertrunken. Zwei weitere deutsche Segler wurden nach Angaben der portugiesischen Nachrichtenagentur LUSA schwer verletzt.

Die „Meri Tuuli“ der Hamburger Segelschule „Well Sailing“ war vor dem portugiesischen Hafen Figueira da Foz bei schwerem Wetter in Seenot geraten und hatte die Retter der Polícia Marítima alarmiert, die mit ihrem offenen Motorboot ausliefen und der X442-Yacht zu Hilfe eilten. Nach ersten Informationen sollen die beiden Boote von einer großen Welle umgeworfen worden sein.

„Ich kann zu dem Unglück noch nichts sagen“, erklärte Richard Jeske, der Chef von „Well Sailing“ dem Hamburger Abendblatt. Jeske ist in Portugal auf dem Weg zum Unglücksort, um sich dort selbst ein Bild zu machen. Er hofft, in zwei Tagen genaue Informationen zu erhalten. „Die werde ich dann sofort auf unsere Webseite stellen.“

Den Rettern bot sich am Ufer, wo die Boote strandeten, ein Bild des Grauens. Die Yacht „Meri Tuuli“ lag ohne Masten auf der Seite. Das Rettungsboot auf dem Kopf. Noch am Strand von Cabedelo bei Figueira da Foz liefen die Sofortrettungen auf Hochtouren. Unterkühlte Besatzungsmitglieder wurden wieder belebt und mit den beiden Schwerverletzten ins Krankenhaus gebracht. Zahlreiche Helfer waren in die aufwendige Rettungsaktion mit eingebunden, außer der Marine-Polizei auch freiwillige Feuerleute, von Nationalen Medizinischen Notfallinstitut, Bedienstete der Stadt und der Gemeinde, vom Roten Kreuz, sowie ein Helikopter des Zivilschutzes.

Die schnelle Segelyacht war auf dem Weg von Portugal nach Großbritannien. Experten gehen davon aus, dass die Yacht und das Rettungsboot von einer großen Welle ungeworfen worden, die sich wegen des starken Windes und einer ebenfalls sehr starken Strömung aufgebaut hatte.