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Altbürgermeister Ole von Beust plädiert für die Homo-Ehe

„Es spricht inhaltlich alles dafür“, sagt von Beust. Homosexuelle Partner dokumentierten mit dem Ehewunsch, dass sie „eine dauerhafte Bindung eingehen und Verantwortung füreinander übernehmen“ wollten.

Hamburg. Altbürgermeister Ole von Beust (CDU) plädiert im Streit um die so genannte Homo-Ehe klar für die völlige rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. „Es spricht inhaltlich alles dafür“, sagte von Beust im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ (Osterausgabe). Homosexuelle Partner dokumentierten mit dem Ehewunsch, dass sie „eine dauerhafte Bindung eingehen und Verantwortung füreinander übernehmen“ wollten. „Es ist doch im Interesse des Staates, diese Einstellung zu unterstützen und zu fördern“ sagte von Beust. Bedenken konservativer Kreise seiner Partei gegen die Homo-Ehe teilt der Christdemokrat nicht. „Wer sich langfristig zu einem Partner bekennt, der handelt doch im Grunde konservativ“, sagte von Beust.

Vor zwei Wochen hatte der Bundesrat auf Initiative mehrerer Länder einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare vor dem Standesamt ermöglichen soll. Die Bundesregierung will eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Ehegattensplitting homosexueller Paare vor einer Festlegung abwarten. Der frühere Hamburger Bürgermeister rät der schwarz-gelben Bundesregierung, den Weg zur Homo-Ehe möglichst schnell freizumachen. „Ein klarer Beschluss der Exekutive ist besser, als sich alles vom Gericht vorschreiben zu lassen“, sagte von Beust.