Bramfeld

1950er-Jahre-Museum muss nach 14 Jahren raus

Der Verein hat zum 30.April die Kündigung für seine Räume im Untergeschoss vom Einkaufszentrum Zebra an der Bramfelder Chaussee 1 bekommen. Neue Räume für 12.000 Exponate gesucht.

Bramfeld. Cocktail-Sessel und Messbecher aus Metall, Nierentisch und Sammeltassen, Melitta-Kaffeefilter mit der passenden Kanne, die von Hand betriebene Brotmaschine und das Radio mit dem magischen Auge: Wer die Räume des Museumsvereins „Die Goldenen Fünfziger Jahre“ in Bramfeld betritt, geht auf eine Zeitreise, die Besucher im Alter über 40 häufig zu einem begeisterten „Ach, das hatten wir auch zu Hause“ verleitet. Doch jetzt stapeln sich die Kartons im Museum, denn die Exponate müssen verpackt werden. Der Verein hat zum 30.April die Kündigung für seine Räume im Untergeschoss vom Einkaufszentrum Zebra an der Bramfelder Chaussee 1 bekommen.

„Nach 14 Jahren müssen wir raus“, sagt Klaus Fink, Vorsitzender des Museumsvereins. „Wir zeigen die Wohnkultur der 1950er-Jahre und präsentieren ein Stück Zeitgeschichte. Soll das in Hamburg verschwinden?“ Misslich für den Verein: Er hat keinen Mietvertrag für die rund 170 Quadratmeter, sondern nur das Nutzungsrecht. „Deshalb müssen wir eine Kündigungsfrist von zwei Monaten akzeptieren“, so Fink. Bisher zahlte der Verein 150 Euro im Monat Nutzungsentgelt an den Hausbesitzer, den Dänischen Rentenfonds.

Aber nun hat ein neuer Verwalter das Haus übernommen, und der wollte zuerst das Entgelt auf 3,50 Euro pro Quadratmeter für das Museum erhöhen, macht 595 Euro im Monat. Bevor der Verein sich damit auseinandersetzen konnte, kam die Kündigung. „Der Verwalter will jetzt einen anderen Branchen-Mix, da passen wir offenbar nicht hinein“, vermutet Klaus Fink. Auch die Nachbarn des Museums, eine Zoohandlung und der Spiele-Laden Drachenlabyrinth, haben die Kündigung bekommen. „Ab Sommer steht das Untergeschoss leer“, sagt Klaus Fink. Im Erdgeschoss des Zentrums gibt es einen Bäcker, ein Nagelstudio, eine Budni-Filiale und einen Rewe-Supermarkt.

„Wir brauchen allein für 3.000 Euro Verpackungsmaterial“

12.000 Exponate vom Bowle-Spießchen bis zum Wohnzimmerschrank, also Möbel, Geschirr, Gläser, Küchengeräte, Bilder, Bücher und unendlich viel Kleinkram müssen jetzt verpackt werden. „Wir brauchen allein für 3.000 Euro Verpackungsmaterial wie Papier oder Folie“, so Fink. „Aber das Geld haben wir nicht.“ Zwar haben schon ein Umzugsunternehmen 100 Kartons, eine Palettenfirma Euro-Paletten und ein Baumarkt Lagerregale gespendet. „Das hilft uns sehr, aber es löst nicht unsere Probleme.“

Denn neue Räume hat der Verein für seine Schätze noch nicht in Aussicht. Einen endgültigen Standort braucht das Museum erst ab Sommer 2014, aber vorher von Mai bis Oktober ein etwa 200 Quadratmeter großes günstiges Zwischenlager. Grund: „Ab Oktober haben wir 80 Prozent unseres Bestandes für sechs Monate an das Sauerland-Museum in Arnsberg verliehen“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Klaus Fink möchte mit dem Museum gern in Barmbek/Bramfeld bleiben. Sein Wunsch für die neuen und bezahlbaren Räume: „Unsere Sammlung wollen wir etwas großzügiger präsentieren. Außerdem sollte Platz sein für einen Laden, in dem wir Dinge verkaufen können, die wir doppelt haben.“ Und dann träumt der 62-Jährige noch von einem angeschlossenen Café im Stil der 1950er-Jahre. „Die Einrichtung steht schon komplett verpackt bei mir in der Garage.“