Hamburg/Lissabon . Diesen Tag werden die Passagiere des Flugs TP 567 der portugiesischen Fluggesellschaft TAP so schnell nicht vergessen. Am Sonnabend startete der Flieger um 6 Uhr morgens von Hamburg aus nach Lissabon - es sollte ein Flug mit Todesängsten werden.

Nach knapp drei Stunden setzte der Pilot in Lissabon zum Landeanflug an, begleitet von heftigen Turbulenzen. Starke Unwetter mit Windböen von bis zu 100 Stundenkilometern hatten in Portugal bereits beträchtliche Zerstörungen angerichtet und Menschenleben gefordert. Informationen aus dem Cockpit? Fehlanzeige. "Niemand wusste, was los ist. Einige Frauen haben sich im Flugzeug übergeben, andere lagen quer über den freien Sitzen, da der Kreislauf schlappmachte", berichtete die Eppendorferin Verena Soll, die mit ihrem Mann auf den Weg in den Urlaub war. Einige 100 Meter über dem Boden brach der Pilot die Landung dann ab und startete die Maschine durch. "Es war totenstill. Niemand sagte etwas. Viele hatten Angst um ihr Leben", sagte Soll. Erst auf dem Weg nach Porto, wohin der A320 umgeleitet wurde, klärten die Flugbegleiter die Passagiere auf.

In Porto durfte niemand während des zweistündigen Aufenthaltes den Jet verlassen, da keine Busse verfügbar waren. Dann startete der Pilot erneut Richtung Lissabon. Doch auch der zweite Landeversuch wurde abgebrochen, wieder startete die Maschine durch. Nach einer weiteren Schleife gelang es dem Piloten, den Airbus im dritten Versuch dann unter heftigen Wacklern sicher zu landen.