Neue Abramowitsch-Yacht in Hamburg

Exklusiv: Die Bilder des geheimen Stapellaufs

Um 9.41 Uhr glitt sie aus dem - gegen neugierige Blicke - abgeschirmten Dock 5 bei Blohm+Voss in den Hamburger Hafen. Die Mega-Yacht "Eclipse" ("Sonnenfinsternis") des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch. Knapp 170 Meter lang ist das neue Spielzeug des Russen, dem auch der englische Fußballclub Chelsea London gehört. Sehen Sie hier die exklusiven Bilder des geheimen Stapellaufs.

Hamburg. Erste Video-Aufnahmen der Abramovich-Yacht Eine Raketen-Abwehr soll sie an Bord haben, ein Mini-U-Boot und einen Luxus-Wellnessbereich – seit zwei Jahren schon ranken sich immer Gerüchte und Spekulationen um den Yacht-Neubau des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch (42). Am Freitagmorgen lief das Schiff vom Stapel - geheim. Erstmals kam es nun öffentlich zum Vorschein. Eine Weltpremiere im Nieselregen sozusagen und nur von wenigen Eingeweihten beobachtet: Die größte Privatyacht der Welt gab sich im Hamburger Hafen die Ehre.

Versteckt im Hallen-Dock 5 bei Blohm+Voss in Hamburg wurde sie bisher gebaut. Eine Bestätigung dafür gab es jedoch nie, bei Mega-Yachten gibt sich das Hightech-Unternehmen noch zugeknöpfter als bei Militäraufträgen, heißt es im Hafen. Alles geheim, absolutes Stillschweigen ist im Vertrag zugesichert. Doch irgendwann muss auch ein Geheimschiff ins Licht: Zum Hochwasser um 9.41 Uhr morgens zog ein Schlepper die riesige Yacht aus dem Dock. Ein kurzes Manöver im teilweise abgesperrten Kuhwerder Hafen – dann wurde es zur weiteren Ausrüstung an den Kai verholt. „Eclipse“, Sonnenfinsternis, so soll es heißen und stellt tatsächlich alles anderen im Yachtbau in den Schatten: Knapp 170 Meter lang ist das neue Spielzeug des Russen, dem auch der britische Fußballclub Chelsea gehört. Eine Yacht, die so groß ist wie ein mittelgroßer Frachter. Zum Vergleich: Das Hamburger Museumsschiff „Cap San Diego“ an der Überseebrücke ist mehr als 20 Meter kürzer! Rund 340 Millionen wird das neue Spaßboot kosten, jeder Meter etwa zwei Millionen Euro, schätzen Branchenvertreter. 70 Mann Besatzung und 24 Gäste würden auf der „Eclipse“ Platz haben, so die Vermutungen. Kino, Innen- und Außenpoool, eine Disco und ähnliche Annehmlichkeiten sorgen für Entspannung von Gästen und Eigner, der als Waise aufgewachsen ist und in sowjetischen Umbruchjahren sein Vermögen im Ölgeschäft gemacht hat.

Für den Bau seiner mittlerweile dritten Megayacht hat Abramowitsch in Hamburg ein eigenes Planungsbüro gegründet, das den Bau und die Ausrüstung durch viele Zulieferer bei Blohm+Voss begleitet hat. Für die Hamburger Unternehmen ist es zugleich ein Prestige-Projekt, die auf den Bau von Megayachten spezialisierte Werft hofft nun auf weitere Aufträge. Denn trotz Krise ist in der Abramowitsch-Liga das Geld offensichtlich nicht knapp geworden. Anfang des Jahres hatte es zwar Gerüchte gegeben, dass der russische Milliardär doch noch von dem Auftrag zurücktreten könnte. Es gab Diskussionen, weil sich die Bauzeit durch immer neue Zusatzwünsche Abramowitsch verlängert habe, wird in der Branche kolportiert. Doch Sorgen, dass Zulieferer und Werft auf einer halbfertigen Yacht sitzen bleiben könnten – die gab es nie. „Sollte er früher aussteigen, gibt es mindestens drei andere Superreiche, die bereits auf der Warteliste stehen“, sagt ein Branchenkenner.