Opposition: U-4-Pläne halbherzig

CDU würde sie über Elbbrücken hinaus bis nach Harburg weiterbauen, Grüne kritisieren fehlenden Übergang zur S-Bahn

Hamburg. Die Pläne, die U-Bahn-Linie 4 von der HafenCity um eine Station bis zu den Elbbrücken zu verlängern, gab es bereits im vorigen, noch von der CDU geführten Senat. Deshalb stößt das Projekt bei den Christdemokraten auch auf Zustimmung. Deren Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse begrüßt die Verlängerung grundsätzlich. "Es ist schön, dass die SPD eingesehen hat, dass das Projekt für die Weiterentwicklung der HafenCity nötig war."

Knackpunkt aber ist die Frage, wie es von dort aus weitergeht. Und so moniert Hesse, dass nicht gleich weitergeplant werde. "Leider hat die SPD nicht verstanden, dass die U 4 nach Wilhelmsburg, Kirchdorf und Harburg weitergebaut werden muss." Diese Stadtteile hätten großes Wachstumspotenzial. Die S-Bahn sei bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenze angekommen.

Tatsächlich ist diese Verlängerung nicht gänzlich ausgeschlossen. In der Senatsdrucksache heißt es: "Die Haltestelle ist so angelegt, dass die Strecke in späteren Jahrzehnten in weiteren Ausbauschritten mittels einer neuen Brücke über die Norderelbe in Richtung Süden verlängert werden könnte, ohne die Durchfahrtshöhe der bestehenden Elbbrücken für die Binnen- und Hafenschifffahrt einzuschränken." Doch an eine neue U-4-Brücke, welche auch noch parallel zu bestehenden S-Bahnverbindung verlaufen würde, ist wegen der hohen Kosten kaum zu denken.

Und so wird schon länger geplant, den 2018 fertiggestellten U-Bahnhof Elbbrücken mit einem neuen und gleichnamigen S-Bahnhof zu verbinden. "Wenn ein eigener Sprung über die Elbe nicht möglich ist, dann ist eine Anbindung an einen S-Bahnhof notwendig", sagt Hochbahnsprecher Christoph Kreienbaum. Auch Ole Buschhüter (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, sagt: "Wir setzen weiter darauf, dass mit einer eigenen S-Bahn-Haltestelle Elbbrücken auch zeitnah zur Inbetriebnahme der U-4-Verlängerung ein guter Übergang von der U-Bahn zur S-Bahn geschaffen wird. Das hätte positive verkehrliche Folgen für den ganzen Hamburger Süden."

Völlig unklar ist zudem, wie die Fahrgäste genau von der U-Bahn-Station zur S-Bahn gelangen sollen. Denn zwischen den beiden geplanten Bahnhöfen verlaufen die Fernbahngleise. Es muss also entweder ein Tunnel oder eine Brücke her. Hochbahnsprecher Kreienbaum spricht sich für eine oberirdische Lösung aus, da diese aus seiner Sicht für die Fahrgäste am attraktivsten ist und ein größeres Sicherheitsgefühl vermittelt als ein Tunnel. "Eine gläserne Brücke, ein sogenannter Skywalk, wäre am besten."

Ob die Verbindung zwischen den Bahnhöfen der U- und S-Bahn kommen wird, ist heute also noch unklar. Eine Deutsche-Bahn-Sprecherin sagt, dass das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt nach einer finanzierbaren Lösung suche. Für Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, kommt die Verlängerung der U-4-Strecke zu früh. "Sie ist nur sinnvoll, wenn es konkrete Pläne für einen Übergang zur S-Bahn gibt." Ohne diese Pläne könne nicht derart viel Geld herausgegeben werden. "Am Ende ist ein Sackgassenbahnhof für ein paar Bürogebäude viel zu teuer."

Ein Übergang ist in der aktuellen Planung aber nicht vorgesehen. Die Bürgerschaft wird sich vorerst nur mit der Verlängerung der U-Bahn-Strecke bis zu den Elbbrücken beschäftigen.

Dafür benötigt der Senat noch 136 Millionen Euro aus dem Sondervermögen "Stadt und Hafen". 38 Millionen Euro hat die Bürgerschaft bereits bewilligt. So viel kostet die Kehr- und Abstellanlage, die an der jetzigen U-4-Endhaltestelle HafenCity Universität entstehen soll und Teil des Gesamtprojektes wird.

Gut vier Millionen Euro hat Hamburg bereits vom Bund für die Planungen erhalten, der sich höchstwahrscheinlich noch mit einem bislang unbekannten Millionenbetrag an dem Projekt beteiligen wird.