Nachspiel

Zerstörter Budenzauber

Ein Nach- und Aufruf von Dieter Matz

Weihnachten war vorbei, der Fußball in der Winterpause, aber da gab es ja den Budenzauber - wenn Stars und solche, die es werden wollten, in der Sporthalle Hamburg zauberten. Einst war es der Ratsherrn-Cup, zuletzt der Schweinske Cup - 26 große Turniere fanden in Hamburg statt. Die Kultveranstaltung mit der persönlichen Note, von Veranstalter Horst Peterson, seiner Frau Monika und vielen ehrenamtlichen Helfern liebevoll aufgepäppelt. Vereine wie Spartak Moskau oder der FC Santos waren am Start, das Hallen-Nationalteam von Kroatien, sogar die Nationalmannschaft der Bundeswehr trat an - und der HSV und der FC St. Pauli, der neunmal Turniersieger wurde. Das alles ist vorbei. In diesen Tagen zieht es niemanden mehr nach Winterhude, das große Hamburger Fußball-Hallenturnier wurde am 5. Januar 2012 brutal zerstört und steht erstmalig seit 1987 nicht mehr auf dem Programm.

Hasserfüllte Schläger haben damals diese Veranstaltung missbraucht. Statt Jubel auf den Rängen gab es entsetzte Gesichter, fliehende Fans, Mütter mit ihren Kindern - Schreie, Blut und Polizisten, die bemüht waren, diesen "Fußball-Krieg" zu stoppen. Über 90 Verletzte gab es, 80 Banditen kamen in Gewahrsam. Die Bilanz des Desasters fällt bis heute ernüchternd aus: Es gab nur Verlierer. Der Fußballsport blieb auf der Strecke, seine Anhänger wurden um eine Attraktivität gebracht - und die Veranstalter sind auf einer fünfstelligen Summe sitzen geblieben, mussten Insolvenz anmelden. Weil sich eine Horde Unverbesserlicher, die mit dem Fußball nichts zu tun hat, austoben wollte.

Bitte, Ihr lieben "normalen" Fans, helft alle mit, damit sich so etwas nicht wiederholen kann. Schlimm genug, dass Hamburg nun erstmals auf dieses Turnier verzichten muss.