Kooperation beendet

Innenbehörde kippt Studiengang an Polizeihochschule

"Sicherheitsmanagement" wird ab 2013 an der privaten Northern Business School gelehrt – und ohne Polizisten weitergeführt.

Winterhude. Zwei Semester war er ausgesetzt, jetzt ist der Studiengang Sicherheitsmanagement an der Hochschule der Polizei (HdP) endgültig gekippt worden. Fünf Jahre hatten Polizeihochschüler und Sicherheitsmitarbeiter gemeinsam studiert, damit ist zum Wintersemester 2013 Schluss. Dann wird der Studiengang von der Northern Business School (NBS), einer privat geführten Hochschule, übernommen - und ohne Polizisten weitergeführt. Damit endet eine beispiellose Bildungskooperation zwischen Polizei und Sicherheitswirtschaft.

Als "zukunftsweisend" hatte der damalige parteilose Innensenator Udo Nagel den Studiengang noch bei seiner Einführung im Herbst 2007 bezeichnet. Acht Monate dauerte das Grundstudium an der Hochschule für den gehobenen Polizeidienst - vier Theoriesemester und zwei Praxishalbjahre in Sicherheitsunternehmen waren zu absolvieren, mit dem Bachelor schloss das Studium ab. Ziel: Damit sollte die Grundlage für eine spätere Zusammenarbeit geschaffen werden.

Die Innenbehörde begründet das Ende mit den Kosten: 300 000 Euro habe die Stadt jährlich zuschießen müssen, um den Studienbetrieb aufrechtzuerhalten, obwohl eine Quersubventionierung ausgeschlossen worden war, sagte Sprecher Frank Reschreiter. Zudem: Immer weniger private Studenten seien von einem Unternehmen gesponsert worden, hätten die Gebühren von monatlich 490 Euro selbst tragen müssen. Wurden 2007 noch 65 Prozent der privaten Studenten unterstützt, waren es 2010 nur noch neun Prozent. Auch das sei anders geplant gewesen. Die 300.000 Euro seien bereits verplant: Sie fließen in den Topf, aus dem die Polizeihochschüler erstmals seit diesem Jahr wieder alimentiert werden.

"Wir finden das Ende mehr als bedauerlich", sagte Harald Olschok, Chef des Bundesverbands der Sicherheitswirtschaft (BDSW). "Das war ein hervorragendes Modell der Public-private-Partnership." Die Nachfrage sei deutlich gestiegen, allein 2011 habe es 70 Bewerbungen gegeben. "Ich kann es nicht ändern", sagte Olschok. Bei der SPD und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sei das Projekt jedoch von Anfang an auf taube Ohren gestoßen. Mit dem Machtwechsel im Senat sei das Ende absehbar gewesen.