Debatte um Körperverletzung

Erzbischof verteidigt rituelle Beschneidung von Juden

Foto: Roland Magunia

Kurz vor dem jüdischen Neujahrsfest stellt sich der Katholische Bischof Thissen vor die "biblisch begründete Pflicht der Eltern".

Hamburg. Aus Anlass des Neujahrsfestes der Jüdischen Gemeinde hat der Hamburger Erzbischof Werner Thissen die rituelle Beschneidung von Juden verteidigt. „Ich halte die Beschneidung im Kindesalter im Judentum für eine biblisch begründete Pflicht der Eltern“, sagte Thissen am Donnerstag. Ein Verbot sehe er als einen schwerwiegenden Eingriff in die Religionsfreiheit und das Erziehungsrecht der Eltern. Thissen steht dem flächenmäßig größten katholischen Bistum in Deutschland vor.

Ein Urteil des Kölner Landgerichts vom Juni, wonach rituelle Beschneidung strafbare Körperverletzung ist, hat eine bundesweite Debatte und einen Sturm der Entrüstung in der jüdischen Welt ausgelöst.

+++ Debatte um Beschneidung: Regierung plant neues Gesetz +++

Das Neujahrsfest der Jüdischen Gemeinde findet am 17. und 18. September statt.

(epd)