Die Scheidung meiner Eltern: Jeder Tag war ein Albtraum

Türen werden geschlagen, Teller fliegen, und plötzlich steht man vor einem großen Scherbenhaufen, der die Hoffnung erdrückt. Viele haben es erlebt: Plötzlich darf man seinen Vater oder seine Mutter nur noch zweimal die Woche oder sogar noch seltener sehen. Es ist, als ob eine Welt zusammenbricht. Ab jetzt muss man sich umstellen. Vielleicht wird es nie wieder auch nur eine Umarmung zwischen beiden Elternteilen geben.

Ich habe es selbst erlebt, und es dauerte drei Jahre, bis ich mich davon erholt hatte. Als meine Mutter die Scheidung einreichte, wohnte mein Vater nur noch im oberen Teil des Hauses, natürlich mit Ausgang nach draußen, und als er eine geeignete Wohnung fand, gar nicht mehr. Jeder Tag wurde für mich zum Albtraum. Ich habe nur noch gehofft, dass der Krieg endlich vorbeigeht und ich mich wieder aus meinem Zimmer trauen kann. Gott sei Dank war das dann auch bald der Fall. Sehr traurig war ich durch Papas Umzug, denn das ständige Glücklich- , Ängstlich- und dann wieder Erleichtertsein durch die kleinen Kriege, die mein Vater und meine Mutter fast immer auf meinem Rücken austrugen, drohten mich zu zerstören. Heute ist es "aushaltbar", denn schließlich leben sie nicht mehr zusammen. In so einem Lebensabschnitt muss man versuchen, stark zu sein und zu bleiben. Ich weiß, dass dies nur jemand schreiben kann, der es selbst erlebt hat.

Alisha-Coco Demirel, 9

Gesamtschule Poppenbüttel