"Diskotest"

Verein: Dunkelhäutige Männer auf dem Kiez abgewiesen

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Verein "woge & basis" spricht nach stichprobenartigem Tests in Hamburger Klubs von Diskriminierung. Polizei verweise auf Hausrecht.

Hamburg. Diskriminierung vor der Disko? Menschen mit schwarzer Hautfarbe wird von Türstehern auf der Hamburger Reeperbahn angeblich häufig der Eintritt in Diskotheken und Klubs verwehrt. Das ist zumindest das Ergebnis eines stichprobenartigen „Diskotests“, den die Antidiskriminierungsberatung basis & woge am vergangenen Wochenende gemacht hat. „Das Ergebnis ist eindeutig: Rassistische Stereotypen greifen an den Clubtüren, das haben wir fundiert nachgewiesen“, sagte Birte Weiß vom Verein basis & woge am Dienstag in Hamburg.

Bei einem Situationstest wollten drei schwarze und dahinter drei weiße Männer in verschiedene Clubs. „Nachdem die schwarzen Männer in den fünften Club nicht hineingelassen wurden, haben wir den Test abgebrochen“, sagte Weiß. Der Verein, der von der Stadt Hamburg mit 20 000 Euro unterstützt wird, berät Menschen ausländischer Herkunft, die sich benachteiligt fühlen.

„Die Männer der beiden Gruppen waren ähnlich gekleidet, hatten ein ähnliches Alter und waren weder alkoholisiert noch sonst wie auffällig“, sagte Weiß. Daher könne man nur die Schlussfolgerung ziehen, dass sie aus rassistischen Gründen abgelehnt wurden. Auch zwei Männer mit arabischen Hintergrund seien von den Türstehern nicht in die Clubs hineingelassen worden.

„Ich fühle mich beleidigt und diskriminiert“, sagte Oliver Joel Zombou Djoutsop, der aus Kamerun stammt und an dem Test teilgenommen hatte. Besonders schlimm sei für ihn gewesen, dass sie anschließend der Polizei von dem Vorfall erzählt haben. „Die Beamten haben aber lediglich gesagt, das hören wir ständig am Wochenende, da können wir nichts machen, die Clubbesitzer haben ein Hausrecht.“

Vor vier Jahren hatte ein ähnlicher Fall für Aufsehen gesorgt, als ein Jurist aus Äthiopien von einem Club auf der Reeperbahn abgewiesen wurde. Damals gab es einen runden Tisch der Kiez-Clubbesitzer und Leitlinien des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) gegen Diskriminierung.

(dpa)

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