Debatte

Die Energiewende vernichtet Arbeitsplätze

Die hohen Strompreise schwächen Deutschlands Industrialisierung, während in Frankreich hochmoderne Arbeitsplätze entstehen

In Deutschland herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Viele offene Stellen können nicht besetzt werden. Der Export boomt. Die Energiewende scheint daran nichts zu ändern. So muss man wohl die Meldungen von der Regierung und den öffentlichen Medien interpretieren.

Doch dies ist nur die noch stille Oberfläche der wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund der deutschen Energiepolitik. Wegen der Schließung der Kernkraftwerke in Deutschland will der Stromerzeuger E.on sich von 11 000 Mitarbeitern trennen. Notwendige Investitionen für die Zinkelektrolyse in Nordenham werden wegen immer höherer und unkalkulierbarer Strompreise nicht getätigt. Der Chemieriese Bayer muss seine Kunststoffproduktion wegen zu hoher Energiepreise ins Ausland verlegen, so der Vorstandsvorsitzende Dekkers laut "Wirtschaftswoche". Auch die Metallindustrie und die Raffinerien verlagern ihre Produktionen in Länder mit günstigen Energiepreisen.

Der schleichende Verlust wirtschaftlicher Arbeitsplätze wird bisher kaum registriert. Die hohen Auslandsinvestitionen in Frankreich, das im Gegensatz zu Deutschland an der Kernenergie festhält, zeigen die grundlegende Bedeutung einer preiswerten und sicheren Energieversorgung für die Wirtschaft.

Frankreich zieht inzwischen nach China und den USA weltweit die meisten ausländischen Direktinvestitionen an, wie kürzlich in den "VDI Nachrichten" (Verein Deutscher Ingenieure) zu lesen war. Im letzten Jahr waren es mit 40 Milliarden Euro fast doppelt so viel wie in dem wirtschaftlich weit größeren Deutschland. Die Folgen: In Frankreich entstehen neue hochmoderne Arbeitsplätze.

Die durchschnittlichen Strompreise liegen in Frankreich für Industrieunternehmen rund 40 Prozent unter den Preisen in Deutschland. Für energieintensive Branchen ist der Unterschied mit 60 Prozent noch höher. In Frankreich spart ein Industrieunternehmen mit einem Strombedarf von 150 Millionen Kilowattstunden (kWh) gegenüber Deutschland rund fünf Millionen Euro im Jahr. Das sind etwa 1000 Euro pro Mitarbeiter.

Unwirtschaftlich ist in Deutschland inzwischen die Erzeugung von Aluminium, für die pro Kilogramm 18 kWh Strom gebraucht werden. Bei einem Weltmarktpreis von knapp zwei Euro je Kilogramm Aluminium kostet in Deutschland der Strom dafür 1,57 Euro, während in Frankreich nur 63 Cent anfallen.

Dies sind Zahlen vor der "Energiewende". Die Strompreise werden in Zukunft zwangsläufig noch schneller steigen (siehe: http://www.windstrom-kosten.de). Kapitalabfluss und damit der Verlust von Arbeitsplätzen werden beschleunigt, denn deutsche Unternehmen müssen künftig im energiegünstigen Ausland investieren, wenn sie überleben wollen. Ausländisches Kapital meidet gleichzeitig Deutschland. Die hohen Strompreise führen zu einer Deindustrialisierung, die nur langfristig wieder rückgängig gemacht werden kann, denn das dafür notwendige Kapital ist im Ausland gebunden. Grund für die hohen Strompreise sind Energie- und Ökosteuern und die nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) geförderten teuren regenerativen Energien. Die gesetzlich für die nächsten 20 Jahre garantierten Einspeisevergütungen für Wind- Solar- und Biostrom sind weit höher als die Erzeugerpreise der Kohle- und Kernkraftwerke.

Die Vergütungen für den unzuverlässigen Solarstrom sind sogar höher als der Verkaufspreis. Die privaten Haushalte müssen diese Politik, die den Menschen und der deutschen Volkswirtschaft schweren Schaden zufügt, mit immer höheren Strompreisen bezahlen. Der Strompreis wird sich in den nächsten zehn Jahren wiederum verdoppeln auf über 50 Cent pro Kilowattstunde. Die Kaufkraft der Bürger sinkt dadurch noch weiter, und die Arbeitsplatzverluste in Produktion und Handel werden steigen.

Das planwirtschaftliche und unsoziale Gesetz EEG vernichtet Arbeitsplätze. Zusätzlich ist es eine staatlich geförderte Umverteilung von unten nach oben, die zu immer stärkeren sozialen Spannungen führen muss. Unsere Volkswirtschaft wird dies nicht verkraften.