Hilfe für Hamburger Straßenmagazin

Judith Rakers will Haus für Obdachlose einrichten

Spende aus Quiz-Gewinn soll Grundstock für ein Haus in der Innenstadt sein, in dem fünf bis zehn Bedürftige untergebracht werden können.

Hamburg. TV-Moderatorin Judith Rakers (35) will gemeinsam mit dem Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ ein Haus für obdachlose Menschen einrichten. Die Tagesschau-Sprecherin hatte am 13. August ihren Gewinn aus dem ARD-„Starquiz mit Kai Pflaume“ in Höhe von 21.250 Euro der Zeitung gespendet. Das Geld soll nun der Grundstock für ein Haus in der Innenstadt sein, in dem auch die Geschäftsstelle mit Redaktion, Vertrieb und zwei Sozialarbeitern untergebracht ist.

„Ich würde mich freuen, wenn am Ende fünf oder gar zehn ’Hinz&Kunzt ’-Verkäufer auf Dauer hier ein gemütliches Zuhause haben, denn gemütlich – das ist ja so ein typisch deutsches Wort – ist es auf der Straße mit Sicherheit nicht“, sagt Rakers.

An dem Magazin, das von sozial schwachen Menschen verkauft wird, schätze sie auch, dass den Verkäufern eine Art Familie und soziale Kontakte geboten würden, so die Tagesschau-Sprecherin. „Hinz&Kunzt“ ist ein eigenständiges Projekt der Hamburger Diakonie. Die rund 5.000 registrierten Verkäufer, von denen derzeit etwa 430 aktiv sind, können sich in der Geschäftsstelle treffen, „schnacken“ und verschiedene Hilfen in Anspruch nehmen. „Man achtet aufeinander, fast wie in einer Familie“, sagte Rakers.

„Hinz&Kunzt“-Geschäftsführer Jens Ade sagte, sie hätten sich für dieses Haus entschieden, weil bezahlbarer Wohnraum in Hamburg kaum verfügbar sei. „Darunter leiden vor allem Menschen, die keine hohen Mieten zahlen können.“ Nach Rakers’ Spende sei die Freude groß gewesen. „Da waren wir so frech zu fragen, ob sie noch mehr machen und unsere offizielle Botschafterin werden möchte.“

Rakers ist sich nach eigenen Worten bewusst, dass sie ein privilegiertes Leben führe. „Ich habe ein schönes Zuhause, eine Familie, Freunde, die mich auffangen, wenn es mir schlecht geht, einen Beruf und eine Gesundheitsversorgung. Das sind alles Dinge, die obdachlose Menschen gar nicht oder nur zum Teil haben.“ Sie engagiere sich gerade für dieses Projekt, weil sie als junge Praktikantin 1996 bei der Neuen Westfälischen ein Porträt über einen Obdachlosen geschrieben habe. „Das war eine große Sache, auf die ich sehr stolz war, auch weil das Thema so gar nichts Oberflächliches hatte“, so die ARD-Moderatorin.