Karasek

Kein Grund zur Panik

Ein diabolischer Zufall. Wie die Islamisten ihre friedfertigen Beschwichtiger in den Feuilletons rücksichtslos blamieren

In die Woche, wo groß für Patrick Bahners "Streitschrift" "Die Panikmacher", Untertitel "Die deutsche Angst vor dem Islam", geworben wird (Thomas Steinfeld in der "SZ" in einem Kniefall in Richtung Mekka: "Ein Meisterwerk der Aufklärung") fallen drei Panik machende Ereignisse: ein schöner, ein diabolischer Zufall.

Auf dem Frankfurter Flughafen wurden bei einem Anschlag mit islamistischem Hintergrund zwei amerikanische Soldaten getötet, auf der Homepage des aus dem Kosovo stammenden Täters fand sich die von ihm genutzte Internetseite, auf der der fundamentalistische Frankfurter Prediger Abdellatif seine zu Mord und Todschlag aufwiegelnden Predigten in die islamische Welt Deutschlands versendet.

Die zweite "Panikmache" kommt aus Pakistan, dem sechstgrößten Land der Erde, dort ist der Islam Staatsreligion. Mehr und mehr gilt die Scharia. Dort wurde Shahbaz Bhatti, der einzige Christ und Katholik im Kabinett, auf der Straße niedergeschossen, weil er versucht hatte, die strikte Todesdrohung für Mohammed- und Gotteslästerer in der Verfassung zu mildern. Bhatti ist das zweite Opfer, im Januar starb Gouverneur Salman Taseer aus dem gleichen Grund, eben wegen Gotteslästerung, durch Schüsse seiner Leibwächter. Am gleichen Abend war in der "Tagesschau" zu sehen, wie ein geifernder Prediger der jubelnden Menge zurief, die den Mörder befreit sehen wollte und mit Blumen überschüttete, er selbst würde seine Tochter ermutigen, ihn hochselbst zu erschießen, wenn er Mohammed oder Gott beleidigen würde.

In der gleichen Woche erneuerte der türkische Ministerpräsident Erdogan, auf Stimmenfang seiner in Deutschland lebenden, in der Türkei wahlberechtigten Bürger, seinen aufwiegelnden Aufruf, dass Assimilation ein Verbrechen sei. Türken sollten erst Türkisch und dann Deutsch lernen, sie, ihre Sitten und ihre Religion stünden unter der Schutzmacht des türkischen Staates, in Libyen wie in Deutschland: Anatolien forever.

Da kann man schon in Panik geraten. Allerdings weniger durch die Islamistenkritiker als durch die Weichspüler, wie sie in deutschen Feuilletons eine Toleranz predigen, nach dem Motto: Der Ermordete ist selber schuld. Die Karawane bellt, das deutsche Feuilleton toleriert weiter.