Kommentar

Eltern akzeptieren die Stadtteilschulen

Der nächste Senat muss sie zu einem Schwerpunkt machen

Hamburgs Schulsenator Dietrich Wersich (CDU) hatte offenbar mit einem anderen Ergebnis gerechnet, als er verkündete, dass der für das kommende Schuljahr befürchtete Ansturm auf die Gymnasien ausgeblieben sei. Das schnell hinterhergeschobene "Im Gegenteil" ist allerdings falsch. Denn nach wie vor wollen mehr als die Hälfte aller künftigen Fünftklässler aufs Gymnasium. Tendenz steigend. Die Wersich-Rechnung, dass die Anmeldungen an den Stadtteilschulen gegenüber dem Vorjahr von 41 auf 46 Prozent gestiegen sind, ist ein wenig irreführend. Sie ist zum großen Teil dem Umstand geschuldet, dass es keine fünften Klassen mehr an den sogenannten Starterschulen gibt. Sie waren im vergangenen Jahr als sechsjährige Primarschulen gestartet.

Eine Aussage lässt sich auf jeden Fall treffen: Hamburgs Eltern akzeptieren die neue Schulform. Vertreter von Regierung und der Opposition haben diese Nachricht einhellig begrüßt. Jetzt müssen sie genauso einhellig anpacken. An den Stadtteilschulen liegt noch vieles im Argen. Sie kämpfen mit Platz- und Organisationsproblemen, vor allem wenn sie die nach Klasse 6 vom Gymnasium abgeschulten Kinder aufnehmen und deren Selbstbewusstsein aufpäppeln müssen. Der Auftrag an den künftigen Senat ist klar: Die Stadtteilschulen müssen einen Schwerpunkt der künftigen Schulpolitik bilden.