Senator will mehr Musik und weniger Kunst an Schulen

Wersich stößt auf scharfe Proteste aus der Szene und auch aus der eigenen CDU

Hamburg. Es soll alles ganz schnell gehen. Hamburgs Schulsenator Dietrich Wersich (CDU) will den Musik- zulasten des Kunstunterrichts stärken - und das noch im Februar beschließen lassen. Die Kunstszene reagiert empört. Scharfe Kritik kam von Prominenten wie Filmemacher Wim Wenders, Kunsthallenchef Hubertus Gaßner, aber auch von Uni-Präsident Dieter Lenzen und aus der Politik. Selbst aus der eigenen Partei bekam Wersich Gegenwind. "Das ist nicht nachvollziehbar", sagte die CDU-Kulturpolitikerin Brigitta Martens.

Wersich hat einen neuen Entwurf für die sogenannte Stundentafel vorgelegt, die die Gewichtung der Fächer festlegt. Waren bisher Kunst und Musik gleich gewichtet, soll nun Musikunterricht bis Klasse 6 verpflichtend werden. Der Kunstunterricht würde durchgehend ein freiwilliges Fach. Wersich will die Deputation der Schulbehörde am 22. Februar entscheiden lassen. Dann sind trotz der Neuwahl zwei Tage zuvor die Mehrheitsverhältnisse in dem Gremium noch die alten. Genau das kritisiert die Opposition. Es bestehe kein sachlicher Grund zu dieser Eile, sagt SPD-Schulexperte Ties Rabe. Wersich wolle seinen Plan durchpeitschen. Wim Wenders sagte: "Wer das tut, hat auch bald keine Probleme mehr, Kunst überhaupt für überflüssig zu erklären."

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