Hamburg

Warten auf die Abrechnung für den autofreien Sonntag

Die Kosten für den autofreien Sonntag am 20. Juni stehen auch nach sieben Monaten immer noch nicht fest. HVV erhielt 200.000 Euro.

Hamburg. Der autofreie Sonntag am 20. Juni vergangenen Jahres liegt inzwischen fast sieben Monate zurück. Doch bis heute hat die Stadt die Großveranstaltung nicht abgerechnet. An jenem Tag waren die Fahrten innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) kostenlos, und es gab zahlreiche Aktionen. Wie viel das gekostet hat, steht immer noch nicht fest. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine schriftliche Kleine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter hervor.

Der Politiker ist nun skeptisch: "Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, dass die Stadt so lange braucht, um die Kosten für diese Veranstaltung zu ermitteln." Buschhüter vermutet: "Vielleicht wurde das Budget nicht eingehalten, und jetzt will die Umweltbehörde das vor der Bürgerschaftswahl am 20. Februar nicht publik machen."

Das weist Volker Dumann, Sprecher der Umweltbehörde, entschieden zurück: "Es könnten höchstens ein paar Tausend Euro mehr sein. Die Abrechnung wird Ende Februar vorliegen."

Für den autofreien Sonntag, für den die Innenstadt für Autos teilweise gesperrt war, sind 375 000 Euro im Haushalt vorgesehen. Davon erhält allein der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) 200 000 Euro wegen der Fahrgeld-Einnahmeausfälle, sagte HVV-Sprecherin Gisela Becker. Diese Summe wurde der Stadt bereits in Rechnung gestellt.

Warum nach sieben Monaten immer noch keine endgültige Abrechnung vorliegt, begründet Dumann so: "Das ist bei Großveranstaltungen nicht unüblich." Das sieht CDU-Verkehrsexperte Klaus-Peter Hesse anders: "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Abrechnung für den autofreien Sonntag so lange dauert. Das wirft schon Fragen auf."

Unterdessen steht aber schon der Termin für den einzigen autofreien Sonntag in diesem Jahr fest: Die Stadt hat den 19. Juni ausgesucht. Es ist aber noch nicht entschieden, welche Agentur das Ereignis für die Hansestadt organisieren darf. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, sagte Behördensprecher Dumann. Bislang hatte den Zuschlag für die autofreien Sonntage immer die Agentur Scholz & Friends Brand Affairs GmbH mit Sitz in der HafenCity erhalten.

Wie berichtet, gab es im vergangenen Jahr anstatt zwei geplanter autofreier Sonntage aus Kostengründen nur noch einen.