Mehr als 200 Feuerwehreinsätze wegen herabhängender Eiszapfen

Hausbesitzer sind in der Pflicht, für Sicherheit zu sorgen

Hamburg. Nach Straßenglätte durch Schnee und Eisregen bringt das seit Tagen anhaltende Frostwetter nun auch Gefahr von oben: Allein bis gestern Mittag musste die Feuerwehr in der Hansestadt mehr als 200-mal ausrücken, um dicke Zapfen und gefrorenen Schnee abzuschlagen, bevor sie von Hausdächern fielen. Eigentlich müssten die spitzen Zapfen von den Hausbesitzern entfernt werden: "Wenn allerdings Gefahr im Verzug ist, muss die Feuerwehr ran", sagte ein Sprecher. Häufig riefen besorgte Passanten und Nachbarn die Rettungskräfte. Für deren Einsatz bezahlen müssen aber am Ende die säumigen Hausbesitzer.

Verletzungen durch herabfallende Eiszapfen sind selten. In diesem Jahr gab es glücklicherweise noch keine Unfälle, genau wie im Vorjahr. Im März 2006 allerdings, während einer anhaltenden Kälteperiode, erlitten zwei Senioren in Altona und Rahlstedt schwere Kopfverletzungen, nachdem sie von Eiszapfen getroffen worden waren. Auch der 70-jährige Hausmeister eines Baumarkts am Hellmesbergerweg musste wegen seiner stark blutenden Kopfplatzwunde damals ins Krankenhaus.

Wie die Grundeigentümer-Versicherung mitteilt, werden Schäden, die durch eine Dachlawine oder herabfallende Eiszapfen verursacht werden, durch die Haftpflichtversicherung aufgefangen - bei einem selbst bewohnten Einfamilienhaus die private Haftpflichtversicherung, bei einer vermieteten Immobilie die Haus-und-Grundbesitzerhaftpflicht.