Bauwagenverein sucht immer noch nach Standort

Wilhelmsburg. Der Bauwagenverein Zomia ist erneut umgezogen. Die sechs fahrbaren Behausungen stehen seit Sonnabend am Honartsdeicher Weg in Wilhelmsburg. Noch immer haben die Bewohner keinen dauerhaften Standort für ihr Wohnprojekt gefunden. Wenn es nach dem Willen des zuständigen Bezirks Mitte geht, werden die Bewohner dort auch nicht bleiben. Noch am Wochenende hat dieser verfügt, dass die Bauwagenleute den Platz räumen müssen. Dies wird wahrscheinlich heute geschehen. Wohin die Bewohner ziehen werden, ist noch unklar.

Am Sonnabend haben Sympathisanten des Vereins mit mehreren kleineren Aktionen im Schanzenviertel und in der Innenstadt für diese Art der Lebensform demonstriert. So hängten sie etwa am Mövenpick-Hotel im Schanzenviertel Zettel auf mit der Aufschrift: "Hier entsteht ein Bauwagenplatz." Als einige Demonstranten an der Hafenstraße mit einer Sitzblockade den Autoverkehr stoppten, nahmen Polizisten fünf Protestler in Gewahrsam.

Vor zwei Wochen haben sich die Bauwagenleute in dem Verein Zomia zusammengeschlossen und suchen seitdem einen Platz. Allerdings stellt kein Bezirk eine Fläche zur Verfügung. Der Bezirk Mitte bot der Gruppe einen Kompromiss an: Drei Wagen kommen auf einem Bauwagenplatz in Hamburg unter, drei weitere in Lüneburg. Wo in Hamburg die Wagen stehen können, blieb offen. Die Zomia-Mitglieder lehnten ab. Für den Bezirk Mitte war diese Reaktion "überraschend". "Mitte hat sein Möglichstes versucht", sagt Bezirksamtssprecher Lars Schmidt. Die Bauwagenbewohner bleiben weiterhin bei ihrer Forderung nach einem Platz für alle Mitglieder.