Polizei bekommt neue Generation von Wasserwerfern

Der Koloss schießt 3300 Liter pro Minute aus drei Kanonen

Hamburg. Zehn Meter lang, fast vier Meter hoch und bis zu 31 Tonnen schwer - sein Design könnte von den "Star Wars"-Machern stammen. Nicht nur wegen seines gewaltigen Aussehens wird der neue Wasserwerfer der Hamburger Polizei Eindruck machen.

Mit einem Motor, der mehr als 400 PS stark ist, und mit den bis zu 10 000 Litern Wasser, die in seinem Rumpf in einem beheizbaren Tank transportiert werden, ist er für jeden Einsatz gewappnet. Mit einem Wasserdruck von zehn Bar werden 3300 Liter Wasser verschossen - pro Minute. Und womöglich auch versetzt mit Tränengas. Die Reichweite beträgt 65 Meter.

Drei Wasserkanonen präsentieren sich auf dem Aufbau der eine Million Euro teuren Kolosse mit der Bezeichnung "Wawe 10 000", die noch in diesem Jahr in Dienst gestellt werden sollen, sagt Polizeisprecher Mirko Streiber. Die alten Wasserwerfer sind teils schon Jahrzehnte im Einsatz gewesen.

Während sich die Polizei schon auf die Fahrzeuge freut, werden auch kritische Stimmen laut - insbesondere nach dem umstrittenen Polizeieinsatz am Stuttgarter Hauptbahnhof, bei dem Demonstranten durch den Beschuss aus Wasserwerfern verletzt wurden.

Die Hamburger Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Ulla Jelpke, die zu dem Thema eine Anfrage bei der Bundesregierung gestellt hatte, sieht in der Neubeschaffung "ein Signal für die verstärkte Eskalation - wie zuletzt anlässlich der Proteste gegen Stuttgart 21 und den Castortransport." "Der Wasserwerfer ist ein bewährtes Mittel, auf das wir auf keinen Fall verzichten wollen", sagt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. Die Beamten seien auf die "Distanzwaffe" angewiesen.