Paarung

Ein Königreich für die Liebe

Silvia Sommerlath und Kate Middleton stammen aus gutbürgerlichem Haus. Die schwedische Königin hätte ein paar Tipps für die richtige Haltung am Hofe.

Die eine ist schon lange Königin - seit fast dreieinhalb Jahrzehnten bereits. Die andere könnte es einmal werden. Beide Frauen stehen derzeit im gleißenden Licht der Kameras und einer weltweiten Öffentlichkeit. Die eine blüht in diesem harten Schein auf. Die andere droht derzeit darin zu welken.

Gewiss, Königin Silvia von Schweden und Kate Middleton, die Verlobte des englischen Prinzen William, trennt mehr als eine Generation - 66 Jahre alt ist Silvia, Kate erst 28. Doch es gibt auch manches, was die Damen verbindet. Es sind sehr attraktive, elegante Frauen mit modischem Gespür, die nicht aus altem Adel stammen, sondern aus einem gutbürgerlichen Elternhaus, und die sich beide in einen Prinzen verliebten. Hätte die Heidelbergerin Silvia Renate Sommerlath, Hostess der Olympischen Spiele 1972, ihren Carl Gustaf schon geheiratet, bevor er gekrönt wurde, dann hätte er auf den Thron verzichten müssen - sie wäre nie Königin geworden.

Kate hingegen, aufgewachsen in Bucklebury, ein Ortsname, der nach einem Hobbit-Dorf aus dem "Herrn der Ringe" klingt, wird die Entscheidung von Prinz Charles abwarten müssen, nach der Regentschaft seiner Mutter noch König werden zu wollen oder auch nicht. Der stark zum Schrulligen neigende Charles, Feind moderner Architektur und Freund biologischen Anbaus, ist in dem für Thronfolger bedenklich vorgerückten Alter von 62 Jahren angekommen. Er lässt weiter tapfer seine Ambitionen auf die Königswürde verbreiten, doch gesichert ist dieser geregelte Ablauf keineswegs. Die eiserne Queen schwächelt keineswegs auf dem Thron.

Charles könnte sich irgendwann zu alt für das beträchtliche Gewicht der Krone fühlen. Nach einem dynastischen Generationensprung könnte es also eines Tages durchaus eine Königin Kate an der Seite eines vorgezogenen Königs William V. geben. Im Gegensatz zu Silvia hat Catherine Elizabeth Middleton einen Partner, dessen Persönlichkeit noch nicht ausgeformt ist. Doch undenkbar ist es nicht, dass auch sie jene bitteren Erfahrungen machen muss, die der schwedischen Königin prinzipiell seit Langem und in zugespitzter Form in diesen Tagen zuteil werden.

Das Leid einer vielfach betrogenen Frau, deren Mann zahllose Liebschaften und der regelmäßige Besuch erotischer Etablissements zugetraut werden. Im Stockholmer Club Power, den der König frequentiert habe, so säftelte die schwedische Presse, habe man nach dem Dinner gefragt: "Etwas Süßes zum Dessert?" Die Süßspeisen sollen zweibeinig und sehr aufgeschlossen gewesen sein.

Silvia, Schirmherrin von 62 menschenfreundlichen Organisationen, ist Königin der Herzen und Herz des schwedischen Königshauses. Wohl auch sein Hirn, denn die intellektuelle Strahlkraft Carl Gustafs wird eher im 40-Watt-Bereich angesiedelt. Kate hätte von Williams Mutter Prinzessin Diana, die 1997 tödlich verunglückte, ausführlich hören können, was Einsamkeit mitten im Rampenlicht bedeutet. Und Silvia könnte ihr nun wohl berichten, wie viel Kraft es kostet, inmitten eines Tsunamis an Häme und Mitleid tadellose Haltung zu bewahren. Während Kate in die Kameras grinst wie die Cheshire-Katze aus Alice im Wunderland, weint sich Silvia, Trägerin des von polnischen Kindern verliehenen "Ordens des Lächelns", dem Vernehmen nach hemmungslos bei ihren Freundinnen aus.

Nun ist Williams Vater Charles zuletzt nicht als Don Juan aufgefallen, er hat sich längst für die herbe Landfrau Camilla Parker-Bowles entschieden, Geliebte aus den Zeiten mit Diana, und redet ansonsten gern mal mit Gemüse.

Sein Filius William brauchte noch 2007 nicht sonderlich viel Ermutigung durch einen Freund aus der Nachtklub-Szene, die Beziehung zu Kate nicht allzu ernst zu nehmen und seine Gunst in Sachen Damen lieber gleichmäßiger zu verteilen. Ein Rat, den er aus Leibeskräften befolgte. Kate habe ganz einfach zu viel erwartet, so die "Daily Mail" damals bei der Trennung. Man raufte sich wieder zusammen. Aber es wird sich erweisen müssen, ob die studierte Kunsthistorikerin auch von der Geschichte ihrer Ehe zu viel erwartet.

Im Fall Silvias zeigen die Zeitungen Mitgefühl, lassen aber durchblicken, die Königin sei über die sexuelle Streuwirkung ihres Gemahls im Bilde gewesen. Schwedens Presse offenbar auch. Sollte Kate dies passieren, dürften die britischen Medien keine Gnade zeigen.