Kommentar

Unbefriedigend

Auf den ersten Blick klingt es nach Behördenirrsinn: Hamburgs Schüler sollen künftig mit 24 unterschiedlichen Noten bewertet werden - statt der bislang üblichen sechs Noten. Muss das sein? Muss man das Zeugnis so kompliziert machen?

Doch der scheinbare Wahnsinn hat einen Hintergrund: Da in den neuen Stadtteilschulen die Schüler der bisherigen drei Schulformen Haupt-, Realschule und Gymnasium gemeinsam lernen, will die Behörde ein deutlich differenzierteres Notensystem einführen.

14 Punkte bedeuten für den Schüler auf Hauptschulniveau eine 1, für den Gymnasiasten nur eine 4. Mit dem ersten Vorstoß für ein neues Bewertungssystem mit 90 Punkten hatte die Schulbehörde eine heftige Bauchlandung erlebt. Zu Recht! Der neue Entwurf ist zwar für Schüler wie Lehrer übersichtlicher. Komplizierter wird das Schulleben aber in jedem Fall. Einfach dadurch, dass unterschiedlich leistungsstarke Schüler gemeinsam unterrichtet werden.

Das neue Notensystem mag vielleicht 12 von 24 Punkten erreichen. Es ist aber nur das Resultat einer grundsätzlichen Entscheidung.

Ob der gemeinsame Unterricht so unterschiedlicher Schüler wirklich die befriedigende Lösung ist? Ich habe meine Zweifel.