Kommentar

Jammern und Klagen nützt nichts

Eine Faustregel der Schifffahrtsbranche besagt, dass es zehn Monate dauere, ein Schiff zu bauen, aber zehn Jahre, um ein Containerterminal zu errichten. Nicht die Bauarbeiten verschlingen bei der Hafenanlage so viel Zeit, sondern die Planung und der juristische Streit darüber.

So läuft es auch bei der Elbvertiefung. Nach den Ideen aus der Mitte des vergangenen Jahrzehnts sollten die Bagger auf dem Fluss längst dabei sein, die Fahrrinne zu vertiefen und zu verbreitern. Tatsächlich weiß derzeit aber niemand, wann zumindest der Beschluss zur Planfeststellung von der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Kiel vorgelegt wird. Dabei hat der nächste Aufschwung begonnen, und die Reedereien setzen immer größere Containerschiffe ein.

Alles Jammern und Klagen über die Verzögerungen bei der Elbvertiefung nützt nichts. Rechtssicherheit für alle Beteiligten ist das höchste Gut, um das es bei diesem wie bei jedem vergleichbaren Projekt geht. Die Hafenwirtschaft der Hansestadt muss sich in Geduld üben. Das Einzige, was Unternehmen und Politik während dieser Zeit sinnvoll tun können, ist, die Reedereien davon zu überzeugen, dass Hamburg mit seinen Anbindungen langfristig ein Topstandort der europäischen Hafenwirtschaft bleiben wird. Auch dann, wenn über die Elbvertiefung länger gerungen wird, als es vielen in der Stadt lieb ist.