Bauprojekt

Hamburger ECE investiert 500 Millionen Euro in Stuttgart

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Nur 900 Meter vom umstrittenen Stuttgarter Bahnhof entfernt soll das Bauprojekt des Shopping-Center-Betreibers ECE entstehen.

Hamburg/Stuttgart. Der Hamburger Shopping-Center-Betreiber ECE kann seine Projektpläne in Stuttgart trotz der laufenden Auseinandersetzung um den neuen Hauptbahnhof fortsetzen. "Unser neues Quartier liegt außerhalb des Bauvorhabens von Stuttgart 21 und hat nichts mit dem neuen Bahnhof zu tun. Es ist somit nicht von möglichen Verzögerungen betroffen", sagte der ECE-Sprecher Christian Stamerjohanns dem Abendblatt.

Der Bau des Quartiers soll im Frühjahr 2012 beginnen

Der ECE-Projektentwickler, der zur Otto-Gruppe gehört, plant derzeit zusammen mit zwei Partnern den Bau eines neuen "Quartiers am Mailänder Platz" in der Stuttgarter Innenstadt - etwa 900 Meter entfernt vom Bahnhof. Auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs soll ein kombinierter Komplex aus Einkaufen, Wohnen, Arbeiten und Hotel entstehen. Konkret sollen 400 Wohnungen, 43 000 Quadratmeter Einkaufsflächen, 10 000 Quadratmeter Büroraum sowie ein Hotel mit 150 Zimmern gebaut werden.

Die Investitionskosten beziffert ECE auf rund 500 Millionen Euro. Das Projekt betreiben die Hamburger in einem Konsortium mit dem Baukonzern Strabag und der Bayerischen Hausbau. "Das Gelände ist bereits baureif", unterstreicht Stamerjohanns. Auf dem Areal werde derzeit bereits die neue Stuttgarter Bibliothek errichtet. ECE will mit dem Bau seines neuen Quartiers im Frühjahr 2012 beginnen. Fertig werden soll es 2014, spätestens 2015.

Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) weist Vorwürfe zurück

In Baden-Württemberg gerät in dem Zusammenhang unterdessen die dortige Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) politisch unter Druck. Der Grund: Gönner gehört zu den Mitgliedern des Beirates der "Stiftung lebendige Stadt", die von dem Geschäftsführer Alexander Otto gegründet wurde, um in ganz Deutschland die Urbanität der Städte zu fördern.

Deshalb unterstellen die Grünen der Umweltministerin einen "Interessenkonflikt" zugunsten von ECE. Die Politikerin hat diesen jedoch als "völlig haltlos" zurückgewiesen. Ihren Standpunkt vertritt auch der ECE-Sprecher, der ebenfalls keinen Interessenskonflikt sieht.

"Wir bauen das Quartier, egal ob Stuttgart 21 kommt oder nicht", sagt Stamerjohanns. Auch finanzielle Vorteile sieht der Sprecher des Shopping-Center-Betreibers nicht: "Die Mitglieder des Beirats der Stiftung bekommen kein Geld."