Geschäftsmann streitet Schuss aus verschmähter Liebe ab

Neustadt/Fuhlsbüttel. Weil er mit einer umgebauten Schreckschusspistole auf seine Exfreundin gefeuert haben soll, muss sich ein 49 Jahre alter Mann seit gestern vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Am 24. April soll Orhan B. laut Anklage vor der Wohnung der 44-Jährigen am Junkersdamm aufgetaucht sein und durch eine Glastür auf sie geschossen haben. Doch Akram A. hatte unglaubliches Glück: Das Milchglas bremste die Kugel ab, sie erlitt nur einen Bluterguss am Bauch.

War es ein Attentat aus verschmähter Liebe? Ein Gericht hatte vor der Tat ein Kontaktverbot gegen Orhan B. ausgesprochen. Der vermögende Geschäftsmann aus dem Ostseebad Damp erzählte gestern von seiner wechselvollen Beziehung, von teuren Geschenken, die Akram A. immer wieder eingefordert habe. Auch habe sie versucht, ihn zu einer Hochzeit zu drängen. Fünf Tage vor der Tat soll sie indes einen neuen Mann kennengelernt haben.

Der 49-Jährige stritt den Vorwurf ab. "Ich hatte nie den Gedanken, sie zu töten." In jener Nacht sei er vor der Wohnung seiner Exfreundin gewesen, sie habe ihn beschimpft. "Sie sagte: 'Du Hurensohn, ich habe einen neuen Mann und werde dafür sorgen, dass du umgebracht wirst.'" Dann habe er gehört, wie ein Schuss an seinem Ohr vorbeipfiff, er selbst habe nicht gefeuert. An mehr könne er sich nicht erinnern. Die Pistole habe er geschenkt bekommen und gar nicht gewusst, dass es sich um eine scharfe Waffe handele, sagte Orhan B. Ein Urteil wird nicht vor Ende November erwartet.