Menschlich gesehen

Der Beachboy

Die aufregende Kindheit von Kolja Thomsen ist in einem großen Karton voller Dias dokumentiert. "Mein Vater war Kapitän. Wir waren auf der ganzen Welt unterwegs, Südamerika, Afrika, Asien, wir waren überall", erzählt der 35-Jährige. Bloß eigene Erinnerungen hat er an diese Zeit vor seiner Einschulung kaum. "Schade eigentlich", sagt er.

Doch in diesen Kindheitstagen in fernen Ländern muss ihn ein Virus erwischt haben, das ihn für einen Bürojob ungeeignet gemacht hat. Die Arbeit als Geschäftsführer der Kultbar Strandperle an der Elbe, die jetzt winterfest gemacht wird, mit den 15-Stunden-Tagen passt dagegen perfekt zu ihm. Immerhin hat er bereits die vierte Saison hinter sich. Eine reife Leistung für einen Mann mit seinem Lebenslauf.

Die Schule hat er abgebrochen, die Ausbildung zum Zimmermann auch. Und auch das Tingeln durch Deutschland mit einem Wandertheater hat ihn nicht ausgefüllt. Sein Leben im Ausland dagegen schon. Sand und Strand waren jahrelang sein Zuhause. Kolja Thomsen sieht nicht nur aus wie der sprichwörtliche Beachboy, er verdingte sich auch jahrelang als Surflehrer an der französischen Atlantikküste und auf den Kanaren. Aber dann trat Anaïs, eine Jugendliebe, wieder in sein Leben. "Ihretwegen bin ich zurückgekommen", sagt Thomsen. Und zufällig ergab sich, dass die Strandperle Personal suchte. "Es ist ein besonderer Ort hier, hier habe ich den Strand direkt vor der Nase."

( (jes) )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg