Familie betrog 200 Anleger um 4,5 Millionen Euro

Neustadt. Die Stimmung ist aufgeheizt, der mutmaßliche Haupttäter geständig: Gestern hat vor dem Landgericht ein Prozess um einen Betrug in großem Stil begonnen. Ein 71-jähriger Mann gab zu, 206 Kapitalanleger um 4,5 Millionen Euro gebracht zu haben.

Mitangeklagt sind seine Tochter, der Ex-Schwiegersohn (46) und deren gemeinsame Tochter, 21. Die Familie soll die Anleger unter anderem bei esoterischen Treffen mit jährlichen Renditen von 50-70 Prozent geködert haben.

Um die Investmentgeschäfte vermeintlich legal zu tätigen, habe das Quartett auf Rat einer Hamburger Unternehmensberatung eine Scheinbank in Neuseeland gegründet. Laut Staatsanwaltschaft steckten die Angeklagten das ihnen anvertraute Geld jedoch in die eigene Tasche. Am Anfang seien noch "Renditen" ausgezahlt worden - jedoch stets aus den Einzahlungen der Investoren. Rund 2,2 Millionen Euro sollen noch bei einer Partnerfirma in Panama liegen. Das Geld sei jedoch blockiert, sagt der 71-Jährige.