Ex-Guantánamo-Häftling am Hamburger Flughafen gelandet

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Der 34-Jährige war seit 2002 in dem Gefangenenlager inhaftiert

Hamburg. Einer der beiden ehemaligen Häftlinge des US-Gefangenenlagers Guantánamo, die in Deutschland aufgenommen werden sollen, ist gestern Morgen in Hamburg angekommen. Der 34 Jahre alte staatenlose Palästinenser Ayman Mohammad Ahmad S. landete gegen 7 Uhr auf dem Flughafen in Fuhlsbüttel, wo er von einem Arzt, seinem Betreuer und mehreren Polizisten empfangen wurde. Er kam in ein Krankenhaus, wo er untersucht werden soll. Der 34-Jährige war acht Jahre in dem Gefangenenlager auf Kuba festgehalten worden.

Der Mann hatte sich im Sommer 2001 ins Grenzgebiet von Pakistan zu Afghanistan begeben, um sich am Dschihad, dem "Heiligen Krieg" der Islamisten, zu beteiligen. Bald darauf wurde er verhaftet und 2002 nach Guantánamo gebracht. In dem US-Gefangenenlager inhaftieren die Vereinigten Staaten mutmaßliche Islamisten. US-Präsident Barack Obama will das international umstrittene Gefangenenlager rasch auflösen. Deutschland hatte bereits im Juli zugesagt, zwei Häftlinge aufzunehmen. Der zweite ehemalige Guantánamo-Häftling traf ebenfalls gestern in Rheinland-Pfalz ein. Ayman S. kam auf eigenen Wunsch nach Deutschland. "Unser Ehrgeiz ist es, ihn zu integrieren", erklärte Innensenator Heino Vahldieck (CDU) Anfang dieser Woche in einem Hintergrundgespräch. Sollte er sich wieder islamistischen Kreisen zuwenden, werde die Behörde alle notwendigen Maßnahmen ausschöpfen. Ihm wurde ein Sozialarbeiter als Betreuer zur Seite gestellt, der selbst Migrant sei, seit gut 30 Jahren in Deutschland lebe und Arabisch spreche, erklärte Ralf Kunz, Sprecher der Innenbehörde.

Dem 34-Jährigen wurde die Auflage erteilt, sich im Stadtgebiet aufzuhalten. Er werde aber "nicht von der Polizei bewacht", hieß es aus der Behörde. Laut Kunz ist der erste Eindruck von Ayman S. durchaus positiv: "Er ist sehr höflich, gebildet und zuvorkommend." Sein körperlicher Zustand sei dem ersten Anschein nach gut. Nach der ersten Untersuchung soll der Ex-Häftling eine Wohnung beziehen und sämtliche Hilfe bekommen, die er benötigt. "Er will bei uns ein neues Leben beginnen und eine Familie gründen", so Kunz.

( (dfe) )

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