Menschlich gesehen

Der Ratsherr

Manchmal braucht es mehr als ein Jahrzehnt, bis sich eine Niederlage in Erfolg ummünzen lässt. Als Ende der 90er-Jahre die Bavaria-Brauerei von Holsten geschluckt wurde und in der Folge auch das hanseatische Traditionsbier Ratsherrn weitgehend vom Markt verschwand, da war das auch eine persönliche Schmach für Wolfgang Speth . "Es hat wehgetan, die Marke Ratsherrn sterben zu sehen", sagt der 44-Jährige, der seine Karriere bei Bavaria begann.

Umso glücklicher ist Speth jetzt, dass er das Comeback des einst beliebtesten Bieres der Hansestadt einleiten kann. Ende August beginnen die Bauarbeiten für eine neue Ratsherrn-Brauerei im Schanzenviertel. Auch für Speths Familie ist sein neuer Job als Brauerei-Chef ein Glücksfall. "In den vergangenen Jahren habe ich überall in Deutschland gearbeitet, meine Frau und mein Sohn sind aber in Hamburg geblieben. Da blieb nur Zeit für eine Wochenendbeziehung." Zuletzt war der gelernte Großhandelskaufmann Geschäftsführer der Jever-Brauerei und pendelte zwischen Ostfriesland und Hamburg.

In der Hansestadt findet der "Ratsherr" nun auch ideale Bedingungen für sein Hobby, das Stand-up-Paddling, vor. Dabei steht der Sportler auf einem Surfbrett und bewegt sich mit einem Paddel fort. "Ich bin bisher kaum ins Wasser gefallen", sagt Speth. Ein Reinfall wird auch sein Engagement für Ratsherrn nicht werden, ist sich der Chef sicher. "Die Marke hat Potenzial."