Medizin

Feuchtwarmes Wetter macht viele Hamburger krank

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Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen: Viele Menschen fühlen sich derzeit schlecht. Experte macht das Bioklima dafür verantwortlich.

Hamburg. Grauer Himmel statt Sonnenschein, schwüle Wärme statt frischem Lüftchen. Kein Wunder, dass viele Menschen im Moment genervt - und sogar krank durch das Wetter sind. Alexander Hübener vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation macht das Bioklima dafür verantwortlich: "Das wechselhafte Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit, das wir seit vier Wochen haben, kann Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen verursachen." Zudem schlage vielen die Enttäuschung über das mäßige Wetter während der Sommerferien aufs Gemüt.

In der Barmbeker Praxis des Allgemeinmediziners Antonio Medina häufen sich die Fälle von Übelkeit und Durchfallerkrankungen. "Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kommt es häufig zu Infektionen, besonders in Seen und Freibädern." Auch mit Appetitlosigkeit hätten viele zu kämpfen, denn bei hohen Temperaturen empfände man größere Mahlzeiten als zusätzliche Belastung. Dabei hat der Kreislauf ohnehin schon zu kämpfen. "Dadurch, dass der Körper bei diesem schwülwarmem Klima extrem viel schwitzt, gehen viele kleinere Blutzellen auf, was zum Absacken des Blutdrucks führt." Um dem vorzubeugen, rät der Arzt, ausreichend zu trinken, auch eine salzhaltigere Ernährung als sonst sei in Ordnung. Obwohl die Ozonwerte nicht bedenklich sind, sollte man es sportlich nicht übertreiben, um den Kreislauf zu schonen.

Laut Alexander Hübener werden wir wohl auch in der nächsten Woche noch mit wechselhaften Temperaturen zu tun haben. Diese Abkühlung sei auch nach der extremen Hitzewelle dringend nötig, nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt. "Aber es gibt noch Hoffnung auf einen richtig schönen Altweibersommer im September."