Hamburger wehren sich gegen Google Street View

Hamburg/Berlin. Der Protest gegen den umstrittenen Internetdienst Google Street View reißt nicht ab. Viele Hamburger kündigten gestern an, Widerspruch gegen die öffentliche Abbildung ihres Wohnhauses einzulegen. Darunter sind auch Justizsenator Till Steffen (GAL) und HSV-Idol Uwe Seeler. Auch mehrere Bundespolitiker wollen ihre Privathäuser aus Protest pixeln lassen, so zum Beispiel Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele und der Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann.

In der breiten Öffentlichkeit ist das Meinungsbild zu Street View offenbar geteilt. Nach einer Emnid-Umfrage sehen 39 Prozent der Deutschen eher Nachteile. 41 Prozent meinen, die Vorteile des Dienstes würden überwiegen. 16 Prozent wollen demnach ihr Haus oder ihre Wohnung unkenntlich machen lassen.

Die Bundesregierung will schon in der kommenden Woche über schärfere Gesetze im Umgang mit Diensten wie Street View beraten. Dabei geht es um einen von Hamburg initiierten Gesetzentwurf des Bundesrats, der eine Pflicht zur Unkenntlichmachung von Menschen und Autokennzeichen vorsieht und ein Widerspruchsrecht für Betroffene verlangt. Offen ist, ob es auch schon eine Entscheidung über schärfere Regeln geben wird.