Mieter bleiben bis zu zehn Millionen Euro schuldig

Damit steht Hamburgs Wohnungswirtschaft deutlich besser da als Berlin

Hamburg. Mietschulden sind ein Dauerthema der Immobilienbranche. Bundesweit sollen Wohnungseigentümer mit Mietausfällen von rund 2,2 Milliarden Euro zu kämpfen haben. "In Hamburg wird die Mietschuldenquote auf rund zwei bis drei Prozent geschätzt, während Berlin bei fünf bis zehn Prozent liegt", sagt Andreas Ibel vom Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Landesverband Nord. Laut Mieterverein zu Hamburg liegt die Hansestadt damit auf erwartbarem Schuldenniveau, denn zwei Prozent werden in der Wohnungswirtschaft als Mietausfallwagnis einkalkuliert. Dennoch habe die Finanzkrise auch hier Spuren hinterlassen. "Was häufig auftritt sind Totalmietausfälle, vermutlich ausgelöst durch Kurzarbeit oder Arbeitsplatzverlust", so Ibel.

Derzeit gibt es rund 889 000 Wohnungen in Hamburg, davon etwa 100 000 Sozialwohnungen. Rechnet man die Mietausfallquote auf den Wohnungsbestand hoch, ergibt sich eine Summe von acht bis zehn Millionen Euro. Im Vergleich dazu: 2007 ging man noch von 25 Millionen Euro Mietschulden aus. "Hamburg und München sind zwar die deutschlandweit teuersten Wohnungsmärkte, aber hier ist auch die Angst am größten, die Wohnung zu verlieren", begründet Ibel diese Differenz. Schließlich droht nach drei Monaten nicht gezahlter Miete die Kündigung.

Peter Hitpaß vom Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen sieht einen weiteren Grund für den Schuldenabfall: "Das Verhältnis von Vermieter und Mieter hat sich stärker zu einem Miteinander entwickelt."

Bei der Saga GWG, mit rund 130 000 Wohnungen eines der größten Wohnungsunternehmen Hamburgs, liegt die Zahl der Mieter, die ihre Miete bezahlen, mittlerweile bei 98 Prozent. Wegen des hohen Mietschulden-Aufkommens wurde vor zehn Jahren die Tochterfirma WSH gegründet. Sie wird von den Geschäftsstellen informiert, sobald Mieter mit der Zahlung in Rückstand liegen und nimmt Kontakt auf.

Stärker von Zahlungsrückständen sind Privateigentümer betroffen. Sie müssen sich nicht nur direkt mit dem Mieter auseinandersetzen, sondern unter Umständen um die Finanzierung ihrer Immobile fürchten.