Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünscht man einem Seemann. Den Tiefgang seines Schiffes sollte er kennen, wie tief das Fahrwasser ist, muss er dagegen in Erfahrung bringen, denn das kann in Tidegewässern wie der Elbe erheblich variieren. Auskunft über die aktuelle Lage geben unter anderem die Pegeltürme und Pegelanzeigen.

Der bekannteste und wahrscheinlich schönste Pegelturm steht seit 100 Jahren an den Hamburger St. Pauli-Landungsbrücken. Zusammen mit dem landfesten Gebäude Landungsbrücken und dem St. Pauli Elbtunnel wurde der heute denkmalgeschützte Turm mit seiner eindrucksvollen Tuffsteinfassade als architektonisches Ensemble gebaut.

Schon 1863 stand an dieser Stelle Deutschlands "erster Fluthmesser" in einem Pegelhaus. Der Turmbau brachte für die Kapitäne gleich doppelten Fortschritt: Nicht nur von der Wasserseite konnten sie den Pegelstand auf riesigen Rollbändern oben im Fenster ablesen, sondern auch von Land. So hatten sie den Pegel schon direkt im Blick, wenn sie vom Landgang aus Richtung Reeperbahn zurück in den Hafen schlenderten - in so großen Zahlen, dass der eigene Pegel keine Rolle spielte. Der St. Pauli Pegel funktioniert übrigens noch immer. Heute allerdings mit moderner Technik.

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