Der Meister der Sharpies wird im Mühlenberger Loch gefunden

Blankenese. Weiße Segel beherrschen bis zum 6. August jeden Tag das Bild auf der Elbe vor Blankenese. Das Mühlenberger Loch wandelt sich wieder einmal zur Sportarena, wenn die besten Sharpie-Segler ihre Europa-Meisterschaft austragen. Rund 30 Segler haben sich zur Teilnahme gemeldet, sie kommen aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden.

Sharpies sind sechs Meter lange offene Jollen mit einer Segelfläche von zwölf Quadrametern. Es ist die einzige internationale Einheitsklasse, die bis heute unverändert als Vollholz-Boot gebaut wird. Ihre Entwicklung geht auf das Jahr 1930 zurück, als der Deutsche Segler-Verband (DSV) einen Entwurf für einen neuen Segeljollentyp ausschrieb. Mit ihrem Entwurf gewann die Warnemünder Werft Gebr. Kröger den Wettbewerb, schon am Ende der Saison 1931 waren beim DSV 28 Sharpies registriert. Von Anfang bis Mitte der 30er-Jahre baute sogar die renommierte Yachtwerft Abeking & Rasmussen rund 100 Boote dieses Typs.

Heute ist der Bootstyp mit seinem Gaffelrigg technisch zwar überholt, aber immer noch beliebt. Denn die Boote sind schnell. Sharpiesegler gelten innerhalb der Segelszene als Individualisten, die aber über die Ländergrenzen hinweg untereinander eine gute Kameradschaft pflegen.

Die Europameisterschaften dieser Klasse werden in jährlichem Wechsel in Deutschland, Portugal, den Niederlanden und Großbritannien ausgetragen.

In Deutschland wird die Sharpie-Europameisterschaft vom Blankeneser Segel-Club (BSC) ausgerichtet. Für die oft aus dem Binnenland stammenden Segler ist das Regattarevier im Mühlenberger Loch vor Blankenese mit seinen Tideströmungen eine besondere Herausforderung.

Erster Start ist am Montag (2. August) um 8.30 Uhr, bis zum 6. August verschieben sich die Starts wegen der Tide bis 10 Uhr.