Erst ist es nur ein Gefühl - dann wird die Niederlage Gewissheit

Schon bald nach der Schließung der Wahllokale geraten die rund 150 Besucher der Party arg ins Schwitzen: Noch sickern zwar keine schlechten Botschaften von der Auszählung durch ins Kulturhaus 73 in der Schanze, wo sich die Unterstützer-Initiative der Schulreform trifft. Doch schon bald nach 18 Uhr ist der kleine Raum im ersten Stock drangvoll gefüllt, nur wenige Fenster lassen sich öffnen - die Temperaturen liegen bei gefühlten 40 Grad.

Dabei könnte die Stimmung für Abkühlung sorgen. "Ich bin sehr pessimistisch", sagt Stefanie von Berg, Mutter eines zehnjährigen Sohnes und eine Sprecherin der Reform-Befürworter. Es sei ein "Gefühl von der Straße", sagt sie. Ein Gefühl, das sich in den letzten Wochen in Gesprächen ergeben habe.

Einzelne Politiker lassen sich blicken, der SPD-Landesvorsitzende Olaf Scholz ist dabei, einige GAL-Politiker - auch CDU-Politiker. Kurz vor 19 Uhr kommt dann der Sprecher der Initiative "Die Schulverbesserer", der frühere Harburger Bezirkamtsleiter und Sozialwissenschaftler Jobst Fiedler, ins Kulturhaus und versucht bessere Stimmung zu verbreiten:

Noch sei nichts verloren, ruft er in die Menge. Selbst wenn die Reformgegner bei dem Volksentscheid wenige Prozentpunkte vorne liegen sollten - "noch ist lange offen, ob sie auch die notwendige Anzahl von Ja-Stimmen erreicht haben, ob das Quorum erfüllt ist".

Doch die per TV übertragenen Zahlen von der Auszählung trüben die Stimmung weiter: Beifall brandet kurz auf, als den wichtigsten Unterstützern der Reform-Befürworter gedankt wird. Doch der Jubel wirkt künstlich. Der Stimmenabstand der Reformgegner klettert immer weiter ...