Reformgegner feiern ihren Sieg mit Vuvuzelas

Endlich! Die Party kann beginnen. Die langen Stunden des Zitterns sind vorbei. Um kurz nach 22 Uhr sind dem Jubel der Mitstreiter der Volksinitiative "Wir wollen lernen" keine Grenzen mehr gesetzt. Die Auszählung lässt keinen Zweifel mehr offen: Die Primarschule ist gekippt. Die Volksinitiative hat gewonnen. Jetzt dürfen die Korken knallen. "Wir freuen uns für alle Schulen und alle Familien der Stadt", sagt Initiativensprecher Walter Scheuerl. "Wir werden tolle Schulen haben mit guten Gymnasien und starken Stadtteilschulen ab Klasse fünf - und einen Schulfrieden, der für mindestens zehn Jahre gesichert ist. Das alles verdanken wir dem großen Engagement unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter." Umarmungen, Küsse, Freudentränen bei den Mitstreitern. Es werden Hände abgeklatscht, Vuvuzelas geblasen, es wird gelacht und geweint. WM-Stimmung in der Kampagnenzentrale an der Lilienstraße 15. Nach Apfelschorle und Wasser gibt es jetzt Champagner für alle. "Wir werden jetzt richtig feiern", sagt Mitorganisatorin Kerstin Kleenworth. Sie hat ihr Ziel erreicht, wie Hunderte ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich für die Volksinitiative einsetzen. "Unser Sieg ist ein positives Signal für die Schullandschaft nicht nur in Hamburg, sondern in Deutschland", sagt Ingeborg Prinzessin zu Schleswig-Holstein. Mitstreiterin Friederike von der Mosel, die wegen der Schulreform nach 15 Jahren ihre CDU-Mitgliedschaft beendet hatte, sieht das genauso. "Die humanistischen Gymnasien sind gerettet. Darüber freue ich mich ganz besonders." Und Markus Wegner, Mitbegründer des Vereins Mehr Demokratie bringt auf den Punkt, was viele denken: "Die Refom ist fürn Keks."