Kommentar

In der FDP bleibt alles anders

In ihrer Not griffen sie zu Fußballvergleichen. Die FDP könne Teamgeist lernen von der deutschen Nationalmannschaft, sprach Fraktionschefin Homburger zum Abschluss einer Vorstandsklausur, die ausdrücklich keinen Kurswechsel markieren sollte.

Dem dramatischen Ansehensverlust seit der Bundestagswahl folgte kein "Wir haben verstanden". Die FDP setzt - bei einer breiteren Themenpalette - weiter auf Steuersenkungen. Über eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, um das Sparpaket der Regierung gerechter erscheinen zu lassen, wollten die Liberalen am Ende doch nicht diskutieren. Und, auch das wurde betont: Westerwelle bleibt Außenminister und Parteivorsitzender. "Man wechselt den Trainer nicht so schnell", formulierte Vorstandsmitglied Bahr.

Generalsekretär Lindner, der größte Hoffnungsträger, wurde mit der Ausarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms beauftragt. Das aktuelle Parteiprogramm war vor 13 Jahren das Meisterstück des Generalsekretärs Westerwelle, mit dem er sich für den Parteivorsitz qualifizierte.

"Jogi Löw hat mit Müller, Özil und Podolski doch zu Recht auf die Jugend gesetzt." Mit diesem Vergleich warb Christian Wulff für einen Generationswechsel in der Union. Man hätte den Satz an diesem Tag von Westerwelle erwartet.