Handelskammer-Bau: GAL nimmt Vorwurf gegen Senator Horch zurück

Altstadt. Der GAL-Wirtschaftsexperte Anjes Tjarks hatte wochenlang den Wirtschaftssenator und früheren Handelskammer-Präses Frank Horch (parteilos) wegen eines Grundstücksgeschäfts zwischen der Stadt und der Handelskammer attackiert. Auf dem Gelände am Adolphsplatz entsteht ein Bildungszentrum.

Nachdem eine Deputierte der GAL Akteneinsicht nehmen durfte, sagt Anjes Tjarks jetzt zu: "Wir haben einen Hinweis bekommen, dass Senator Horch offensichtlich nicht direkt in das Grundstücksgeschäft zwischen Handelskammer und Stadt involviert war."

Zuvor hatte Tjarks Senator Horch aufgefordert, dass er sich erklären und für Transparenz bei diesem Immobiliengeschäft sorgen solle. Die Wirtschaftsbehörde hatte erklärt, dass Horch als Senator von dem Stand der Verhandlungen zwischen Handelskammer und der Stadt bis zur Senatsbefassung keine Kenntnis gehabt habe.

Bei dem Streit zwischen der Behörde und Tjarks ging es um das Grundstück am Adolphsplatz, auf dem das Bildungszentrum gebaut werden soll. Die Handelskammer schloss mit der Stadt einen 75 Jahre dauernden Nutzungsvertrag und bezahlt für diese Zeit insgesamt 93 038 Euro. Hintergrund: Ursprünglich war sogar ein Sondernutzungsgeld in Höhe von 1,64 Millionen Euro ermittelt worden, von dem wegen "baulicher Mehraufwendungen" aber 1,55 Millionen Euro abgezogen wurden - es bleiben jene 93 038 Euro übrig. Unter der Baufläche verläuft die U-Bahn-Linie U 3.

Der Neubau soll im Frühjahr 2013 eröffnet werden: "Mit dem Handelskammer-InnovationCampus bereichern wir die Hamburger Hochschul- und Wissenschaftslandschaft und schaffen weitere duale Studienmöglichkeiten für den Führungskräftenachwuchs unserer Stadt", sagte Handelskammer-Sprecher Jörn Arfs.