Offen gesagt

Lachs-Häppchen und Revolution

Eine Glosse von Hans-Juergen Fink

Können Lachs-Häppchen die Revolution verhindern? Mal sehen, sagte sich Kultursenatorin Karin von Welck und lud die privaten Konzertveranstalter ins Senatsgästehaus ein. Da sollten sie mal so richtig Dampf ablassen. Denn sie hatten sich beschwert, bis rauf zum Bürgermeister. Wenn das nicht hilft ...

Also musste sich der Elbphilharmonie-Generalintendant Lieben-Seutter mal wieder all das anhören, was er sich schon seit drei Jahren anhören muss, aber kaum ändern kann: Dass in der Laeiszhalle ohne ihre erst 2013 fertige elbphilharmonische Hälfte nicht nur Wunschtermine zu haben sind. Dass die Privaten auf dem Weg zur Musikmetropole unter härterer Konkurrenz leiden, weil eine profilierte Halle ein eigenes Programm braucht. Ärger gibt's, wenn ein Top-Orchester zu den Elbphilharmonie-Konzerten wechselt. Aber war nicht Wechsel schon früher nur dann gut, wenn man Stars ins eigene Lager ziehen konnte? Auch soll es jetzt böse sein, bei schlechter verkauften Konzerten mit hohen Rabatten für Profi-Musiker oder die Volksbühne den Saal doch noch voll zu bekommen. Nicht böse ist das nur, wenn es ein privater Veranstalter tut. Laut war das Klagen.

Das Ergebnis? "Gar keins" laut Kulturbehörde. Am Ende stand nur die Idee, dass Kooperation besser ist als Kleinkrieg. Im September will man wieder drüber reden.

Können also Lachs-Häppchen die Revolution verhindern? Scheint so.