Gastronomie Hamburg

Ein Toilettenhäuschen in Alsterdorf wird zum Bistro

Foto: Juergen Joost / Jürgen Joost

Fast 30 Jahre lang stand das Gebäude leer. Jetzt hat der Umbau am Alsterdorfer Damm begonnen. Im Spätsommer soll Eröffnung sein.

Hamburg. In Alsterdorf wird es künftig ein besonderes kleines Bistro geben. Das frühere Toiletten- und Trafohäuschen am Alsterdorfer Damm soll umgebaut werden und eine neue Funktion erhalten. Schon im Spätsommer wird hier das "Braband Bistro & Wein" eröffnen. Betreiber ist der Inhaber des benachbarten Alsterkrug-Hotels, Frank Pentzien: "Wir hatten den Standort lange im Auge. Auch weil es über Jahre hinweg verwahrloste und sich für den Stadtteil zu einem Schandfleck entwickelte." Fast 30 Jahre lang stand das Gebäude leer, verkam Stück für Stück.

Jetzt stehen hier Baugeräte, das Haus ist teilweise eingerüstet, eine Grube für den Anbau ausgehoben. Für Gisela Busold ist der Anblick traumhaft, wie sie sagt. Seit Jahren kämpft die CDU-Bezirksabgeordnete dafür, dass das Haus eine neue Funktion bekommt. Bereits in den 90er-Jahren habe man entschieden, das Gebäude zu vermieten. Verschiedene Hamburger Gastronomen meldeten ihr Interesse an dem außergewöhnlichen Standort an. Doch immer wieder scheiterten die Pläne an den Auflagen der Stadt, der das Haus gehört, so Busold. "Dazu gehörte auch, dass der Investor alle Kosten für Umbau und Neuinvestitionen zu tragen hat."

Vor rund zwei Jahren entschied Pentzien vom Alsterkrug Hotel dann, das Häuschen trotz dieser Vorgaben umzubauen und zu betreiben. Doch auch seine Pläne verzögerten sich. "Ich habe zwischendurch gedacht, jetzt reicht es", sagt Pentzien. "So manches Mal wollte ich hinschmeißen." Ärger bereiteten ihm verschiedene Auflagen und die Vorgaben des Denkmalschutzamts. Denn das Toilettenhäuschen steht seit 1991 unter Denkmalschutz.

Zuletzt musste die städtische Sprinkenhof AG als Besitzer des Gebäudes die Fläche um das Trafohaus herum nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen. "Wir haben dafür gesorgt, dass zumindest das jetzt schnell geht", sagt die CDU-Politikerin Busold. 90 sieben Meter tiefe Bohrungen wurden durchgeführt - und nichts gefunden. "Zum Glück." In der vergangenen Woche konnte Pentzien dann "endlich mit dem Umbau beginnen."

Der Hotelier will das zweistöckige Haus in ein Bistro mit etwa 80 Plätzen umwandeln. Rund 50 davon werden im Außenbereich auf zwei Terrassen verteilt sein, die eine ganz nahe am Alsterlauf. Mediterrane Küche soll es hier geben. Und gute Weine. "Natürlich finden Besucher hier auch Kaffee und Kuchen." Und einen Mittagtisch für die Bürger aus dem Stadtteil.

Anwohner und Bezirkspolitiker zeigen sich erleichtert über die Pläne. "Endlich passiert hier etwas", sagt Peter Köpcke, Vorsitzender des Alsterdorfer Bürgervereins. "Endlich verschwindet dieser dreckige Ort mit seinen Graffiti." Und Martin Bill, GAL-Bezirksabgeordneter und stadtentwicklungspolitischer Sprecher, ist überzeugt: "Das ist ein besonderer Ort, der sicherlich gut angenommen wird."