Menschlich gesehen

Brückenbauerin

Zum Kaffeetrinken im Chilli Club auf den Magellan-Terrassen im Herzen der HafenCity hatte Lea Bierotte keine Zeit. Direkt neben dieser Ruheoase zeigte sie Kindern gestern am "Tag der Großbaustellen", wie man aus Steinen und Mörtel Großes schafft.

Um diese praktischen Erfahrungen reicher wird sich die 21 Jahre alte Studentin heute wieder der Theorie widmen: im Seminar der Universität an der Rothenbaumchaussee. Wenn alles nach Plan läuft, will Lea Bierotte 2012 ihren Abschluss als Gebärdensprachdolmetscherin machen. Die Kunst, die Gebärden von Gehörlosen zu übersetzen (und umgekehrt), faszinierte die gebürtige Berlinerin von Jugend an. Seit vier Semestern lernt sie, sprachliche Brücken zu bauen.

Der Einsatz gestern in der HafenCity war nur ein Nebenjob, der Spaß macht und Geld bringt. Für die eigene Wohnung in Hamm ebenso wie für gelegentliche Fahrten in ihre Heimatstadt Berlin. Dort warten die Familie, Freunde - und Lebensgefährte Lorenz.

Die Freizeit in Hamburg verbringt Lea Bierotte an Klavier und Bratsche daheim. "Musik ist meine zweite große Leidenschaft", sagt sie - neben ihrem Studium, das vom ersten Tag an begeisterte. Das Alternativprogramm steigt auf der Alster. Dem Segelschein im Jahr 2009 folgt ab morgen ein Ruderkursus. Mit dem Ziel, in Hamburg rasch so richtig zu Hause zu sein.