Elbphilharmonie

245 Fenster und ein Duell im Abendrot

Ein letzter abendlicher Sonnenstrahl setzt sie ins rechte Licht, dann wird sie von Dunkelheit umhüllt, die Elbphilharmonie. Hell und dunkel wechseln bei Hamburgs Jahrhundertprojekt derzeit mal wieder so fleißig wie Tag und Nacht. Wer die Dinge gern bei Licht betrachtet, könnte auf den Baufortschritt verweisen, zum Beispiel, dass gestern bereits 245 der insgesamt 1089 riesigen Fenster montiert waren. Und er hätte recht. "Alles Fassade", würden düstere Propheten antworten: Klagt nicht die Stadt gegen den Baukonzern Hochtief, weil sie endlich wissen will, wann sie ihren Leuchtturm eröffnen darf? Auch richtig. "Die Klage ist am Freitag bei uns eingegangen", bestätigt ein Gerichtssprecher. Ob Justitia die Argumente wiegen muss, hängt zunächst davon ab, was Hochtief Ende der Woche vorlegt - einen "belastbaren" Terminplan oder etwas weniger Stabiles, so nach dem Motto, wenn ihr nicht doch noch einen vierten Saal wollt, dann könnte vielleicht Ende 2012 alles fertig sein. Hätte, könnte, würde. Fakt ist: Vor der Eröffnung geht die Sonne noch Hunderte Male über der Baustelle auf und ebenso so oft wieder unter. Hunderte Gelegenheiten also für Stadt und Baukonzern für ein "Duell vor Sonnenuntergang". Was für Chancen darin liegen! In dem gleichnamigen Western chargierte 1965 ein gewisser Mario Girotti - kurz darauf nannte er sich Terence Hill und wurde ein Weltstar. Wie es die Elbphilharmonie werden will.