Behörden

Nur 3,6 Prozent der Polizeicomputer sind internetfähig

Die zu Jahresbeginn von Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) und Polizeipräsident Werner Jantosch angekündigte Computer-Offensive lässt auf sich warten. Seit Anfang 2010 ist auf den Hamburger Wachen genau ein komplett internetfähiger Rechner neu installiert worden. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Andreas Dressel hervor. Lediglich 73 der 1994 PC an den Kommissariaten sind demnach voll internetfähig. Bis zum Sommer, so kündigt Jantosch an, werde sich das ändern. "Wir arbeiten an den Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden müssen, bevor die Masse der Computer internetfähig gemacht wird", sagt Innenbehördensprecher Ralf Kunz. "Es nützt ja nichts, wenn Computer angeschafft werden und man dann feststellt, dass Hacker Zugriff auf Polizeidaten bekommen." Mit der Prüfung sei man absolut im Zeitplan, so Kunz.

Dressel nennt die Tatsache, dass derzeit nur 3,6 Prozent der Rechner auf den Kommissariaten Zugang zum Internet erlauben, "peinlich für den Innensenator". Schließlich habe Ahlhaus die Bekämpfung der Internetkriminalität zum Schwerpunkt auf der Innenministerkonferenz gemacht. Die Zahl der "Cybercrime"-Delikte ist im vergangenen Jahr in Hamburg entgegen dem Bundestrend zurückgegangen - auch beim Internetbetrug: Nach 3502 Taten im Jahr 2008 verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr noch 2958 Taten. Dressel: "Das wirft Fragen auf. Sind hier Fälle ins Dunkelfeld abgerutscht?"